Schwimmwelt erschüttert: nordische länder boykottieren wettbewerbe!
Ein Beben geht durch die europäische Schwimmszene: Neun nordische Länder stellen sich quer und weigern sich, Austragungsorte für Schwimmveranstaltungen zu stellen. Anlass ist die umstrittene Entscheidung von World Aquatics, russischen und belarussischen Athleten die Rückkehr zum internationalen Wettkampfbetrieb mit ihren Nationalhymnen und Flaggen zu ermöglichen.

Nordische solidarität und protest
Dänemark, Estland, die Färöer-Inseln, Finnland, Litauen, Norwegen, Island, Schweden und Lettland gehen dabei einen beispiellosen Weg. Sie werden nicht nur verhindern, dass ihre eigenen Schwimmer gemeinsam mit russischen und belarussischen Konkurrenten antreten, sondern auch die Bereitstellung von Austragungsorten für solche Wettkämpfe verweigern. Eine klare Positionierung angesichts der aktuellen politischen Lage.
Der ukrainische Jugend- und Sportminister Matviy Bidnyi bezeichnete die Entscheidung von World Aquatics als „beschämend“ und warf dem Verband vor, die über 650 Todesfälle ukrainischer Sportler seit Beginn der Invasion zu ignorieren. Er argumentiert, dass die Wiederherstellung der nationalen Identität Russlands und Belarus lediglich dazu diene, die militärische Aggression durch den Sport zu legitimieren – ein Vorwurf, der in der internationalen Sportwelt für heftige Diskussionen sorgt.
Die Entscheidung der nordischen Länder stellt European Aquatics vor logistische Herausforderungen, da diese Länder traditionell Gastgeber von Kurzbecken-Europameisterschaften, Weltcup-Stopps und Jugendturnieren sind. Das Problem ist komplex, da es nicht nur um sportliche Aspekte, sondern auch um politische Prinzipien geht.
Die Zulassung russischer und belarussischer Athleten unter ihrer Flagge hat bereits breite Kritik hervorgerufen. So äußerte sich auch der ukrainische Skeleton-Pilot Vladyslav Heraskevych kritisch, der von der Disqualifikation bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina profitierte, nachdem er versuchte, mit einem Helm, der mit Bildern verstorbener ukrainischer Sportler verziert war, anzutreten. „Es ist inakzeptabel und beschämend“, so Heraskevych gegenüber internationalen Medien. World Aquatics argumentiert zwar, den Konflikt von den Schwimmbädern und Wettkampfstätten fernhalten zu können, doch das gelte offensichtlich nicht für die ukrainischen Sporteinrichtungen, die regelmäßig von russischen Raketen angegriffen werden.
Die Situation verdeutlicht die zunehmende Verflechtung von Sport und Politik und zeigt, wie schwierig es ist, neutrale Zonen zu schaffen, wenn ein Krieg tobt. Die nordischen Länder haben mit ihrem Boykott ein starkes Signal gesetzt, das die Schwimmwelt vor eine Zerreißprobe stellt und die Frage aufwirft, wie der Sport mit den politischen Realitäten umgehen soll.
