Schröder blickt nach vorne: playoffs, zoff mit doncic und nba-expansion

Dennis Schröder, der deutsche Point Guard und Kapitän der Nationalmannschaft, befindet sich mit den Cleveland Cavaliers auf Kurs für die NBA-Playoffs. Im Exklusivgespräch mit Sport1 spricht Schröder über seine Ziele, die turbulente Vergangenheit und die ambitionierten Expansionspläne der Liga. Ein Blick hinter die Kulissen einer Karriere voller Höhen und Tiefen.

Die playoffs-zielsetzung: „alles ist möglich“

Die Cavaliers, aktuell Vierter der Eastern Conference, haben eine ernstzunehmende Mannschaft beisammen. Schröder ist überzeugt: „In den Playoffs ist alles möglich. Wir haben einen sehr guten Kader. Wenn wir zusammenrücken und weiter so spielen, wie zurzeit, dann kann man alles erreichen.“ Diese Zuversicht spiegelt die aktuelle Form der Mannschaft wider, die sich nach den zahlreichen Wechseln in dieser Saison gefunden scheint.

Ein wanderer der nba: vom kings-chaos zu cleveland

Ein wanderer der nba: vom kings-chaos zu cleveland

Schröders NBA-Karriere liest sich wie ein Atlas. Sacramento Kings, Los Angeles Lakers, Atlanta Hawks – elf Teams in dreizehn Jahren. Der Wechsel zu den Cavaliers Anfang Februar 2026 markierte einen weiteren Wendepunkt. „Es ist eine geile Situation, wenn du in ein Spiel gehst und du immer gewinnen willst“, so Schröder über den Unterschied zu seiner Zeit in Sacramento. Die Organisation in Cleveland, die er bereits aus seinen Atlanta-Zeiten kennt, scheint ihm gut zu tun. „Die Organisation ist einfach anders, auch wie wir trainieren. Das ist sehr cool, hier zu sein.“

Familie und umzüge: der preis des erfolgs

Familie und umzüge: der preis des erfolgs

Die ständigen Umzüge fordern ihren Tribut. Schröder spricht offen über die Belastung für seine Familie: „Natürlich stand wieder ein Umzug an. Das ist der einzige Negativpunkt, durch den meine Frau immer gestresst ist.“ Doch der Preis ist ihm bewusst: „Ich arbeite natürlich sehr hart, um meinen Kindern das ermöglichen zu können.“ Der Kauf eines Hauses in Cleveland bietet nun eine gewisse Stabilität, auch wenn noch der ein oder andere Kleiderschrank fehlt.

Der konflikt mit doncic: ein sommergewinn, ein winter-eskalation

Die Auseinandersetzung mit Luka Dončić im Winter sorgte für Schlagzeilen und eine anschließende Sperre. Was steckt hinter diesem Konflikt? Schröder wirkt zurückhaltend, deutet aber eine Vorgeschichte an: „Wir haben im Sommer (mit der Nationalmannschaft, Anm. d. Red.) gegen Slowenien gewonnen und das war es eigentlich.“ Ein Sieg, der offenbar tiefe Wasser aufwirbelte.

Nba-expansion: mehr chancen für deutsche spieler

Die NBA plant, Seattle und Las Vegas in die Liga aufzunehmen. Schröder sieht darin eine Chance für junge Spieler: „Das heißt, es sind wahrscheinlich nochmal 60 Plätze frei. 30 bis 40 Plätze für Spieler, die in der NBA spielen können.“ Die Rückkehr von Seattle, einst ein starkes NBA-Team, verspricht zudem eine begeisterte Fangemeinde. „Seattle war schon einmal ein Teil der NBA, sie hatten eine starke Fanbase. Das ist richtig so.“

Die zunehmende Internationalisierung der NBA und die Möglichkeit, in jungen Jahren bereits hohe Summen zu verdienen, sind für Schröder ein positives Zeichen. „Ich finde es gut, dass viele Europäer einfach so eine geile Plattform bekommen und auch so viel Geld verdienen.“ Auch wenn dies Auswirkungen auf den deutschen Basketballmarkt hat, sieht er darin keinen Nachteil.