Schock in dortmund: türkei verpasst wm-aus!

Ein tiefes Stöhnen ging durch das Dortmunder Kreuzviertel, als der Schlusspfiff zum WM-Spiel Türkei gegen Paraguay erklang. Die Hoffnung, die sich im Café Limon und in den Herzen der türkischen Fans entzündet hatte, wurde jäh gestillt. Ein 0:1 – und damit das vorzeitige Ausscheiden aus dem Turnier.

Frühzeitiger hoffnungsschimmer und die bittere realität

Schon am Samstagmorgen, als das Dortmunder Kreuzviertel noch schlief, brannte im Café Limon Licht. Betreiber Murat Tingir hatte sein Café extra früh geöffnet, um den Traum seiner Fans am Leben zu erhalten. Zehn Euro für ein Frühstücksbuffet waren er bereit zu nehmen, „aber es geht um mehr“, sagte er. „Es geht darum, gemeinsam WM-Stimmung zu erleben.“ Für den 26-Jährigen, der zum ersten Mal bewusst erlebt, wie sein Team auf der Weltbühne spielt, war es ein besonderes Gefühl. Er gab zu, eine Vorahnung zu haben: „Ich glaube an ein Ausscheiden in der Gruppenphase, aber ich hoffe natürlich, dass wir die WM gewinnen.“

Die Fans ließen sich nicht entmutigen. Erinnerungen an die Europameisterschaft 2024, als Dortmund zur türkischen Partyzone wurde, schwirrten durch den Raum. Der frühe Rückstand durch Paraguay riss die Stimmung zwar kurz herunter, doch die Türkei kämpfte verbissen. 75 Prozent Ballbesitz zeigten die Anzeigetafeln, und die Hoffnung keimte erneut auf.

Die rote Karte für einen Paraguayer Spieler ließ das Café explodieren – ein ohrenbetäubender Jubel, der fast an ein Tor erinnerte. Doch die Wende blieb aus. Die Halbzeitpause brachte Nervosität, Zigarettenpausen und die Erkenntnis, dass die türkische Mannschaft wieder einmal zurückliegen musste. „Wir stehen immer kurz vorm Herzinfarkt“, klagte Dilek, eine der Anhängerinnen.

Spannung bis zur letzten sekunde und die stille danach

Spannung bis zur letzten sekunde und die stille danach

Die zweite Halbzeit bot ein Auf und Ab der Gefühle. Jubel, Angst, Enttäuschung – die Fans wechselten im Sekundentakt die Stimmungslage. Engin, ein eingefleischter Fan, misst seinen Puls, während ein anderer sich die Haare von der Kopfhaut reißt: „Wenn ich Haare hätte, wären sie jetzt alle weg!“

Doch dann war es soweit: Abpfiff. Stille. Die Stille des Schocks, der Ernüchterung. Die Fans strömten auf die Straße, suchten Trost und teilten die Enttäuschung. Murat Tingir, dessen Stimme rau klingt, fasst zusammen: „Gegen einen Mann weniger hätten wir erst recht gewinnen müssen.“ Die Nachbarn im Kreuzviertel können sich freuen – kein Autokorso wird die Nacht zum Tag machen.

Die bittere Wahrheit ist da: Der Traum von der WM ist für die türkischen Fans in Dortmund geplatzt. Eine schmerzhafte Lektion, die zeigt, dass selbst die größte Hoffnung in der Welt des Fußballs zerbrechlich ist.