Schneekatastrophe auf teneriffa: evenepoel flieht per eskorte vom teide

Remco Evenepoel saß fest. Nicht an der Wand, sondern auf 2.300 Metern. Der Teide war weiß, die Straßen dicht, und die Volta a Catalunya rückte bedrohlich nah. Erst eine Polizeieskorte räumte dem Belgier den Weg – und rettete damit seinen Frankreich-Start.

Statt trainingsfahrt: schneegestöber und stau auf dem vulkan

Seit Mittwoch blockierte Schnee die Zufahrten zum Höhentrainingslager. „Wir hangeln uns seit zwei Tagen im Hotel fest – kein Rad, kein Bus, kein Flug“, schrieb Evenepoel auf Instagram. Für einen Profi, der jeden Watt zählt, ein Alptraum. Die Lösung: lokale Beamte lotsten den Red-Bull-Bora-Hansgrohe-Star in einem geschlossenen Konvoi die schmale Serpentinenstraße hinunter. Minuten später saß er im Taxi Richtung Flughafen Teneriffa Süd.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf das Risiko, das Teams eingehen, wenn sie vor Saisonhöhepunkten auf Vulkanen bunkern. Die Belohnung – mehr Erythrozyten – kann durch einen Wetterumschwung binnen Stunden zur Falle werden. Evenepoel hatte gerade 14-tägige Hypoxie-Blöcke absolviert, um sich auf die Tour-Etappen in den Alpen vorzubereiten.

Florian lipowitz wartet – und lacht schwarz

Florian lipowitz wartet – und lacht schwarz

Katalonien sollte das erste echte Duell des neuen Dream-Teams werden. Evenepoel und Lipowitz, seit Januar Teamkollegen, haben bisher nur auf Mallorca im Trofeo Ses Salines gemeinsam die Uhr gequält. Jetzt drohte das Projekt Doppelspitze zu vereisen. Lipowitz, schon in Olot angekommen, erfuhr via WhatsApp, dass sein Leader vorerst in der Luft hängt. „Ich dachte, er macht Witze“, sagte der Oberbayer Eurosport. „Dann habe ich die Webcams gecheckt – Schnee bis zur Hütte.“

Bora-Sportlicher Rolf Aldag reagierte mit einem Notfallplan: Lipowitz startet ohne Evenepoel die erste Bergankunft auf Port-Ainé, soll das Rennen offen halten. Evenepoel soll nach Ankunft direkt ins Hotel nach La Pobla de Segur einchecken – keine Medienrunde, kein Roll-out, nur Schlaf. Die Taktik: Energie sparen für die Montserrat-Bergzeitfahrt am Mittwoch, wo er gegen Jonas Vingegaard antritt.

Vingegaard nutzt die katalonien-vorschau für den giro

Vingegaard nutzt die katalonien-vorschau für den giro

Der zweimalige Tour-Sieger ist bereits in Form. Seine Vorstellung in Paris–Nizza war ein Lehrstück in Kontrolle. Jetzt will der Däne vor heimischem Publikum die letzten Prozent für den Giro d’Italia reifen. Evenepoels Verzögerung könnte ihm in die Karten spielen: Ein müder Konkurrent auf der ersten Bergetappe, ein psychologischer Vorteil im Kampf um Sekunden.

Die Uhr tickt. In 48 Stunden geht’s los. Evenepoel hat den Vulkan überlebt – nun muss er beweisen, dass er auch ohne perfekte Vorbereitung mit den Besten mithalten kann. Die Fans in Berga werden es sehen, die Konkurrenten auch. Und der Teide? Der schaut von ferne auf das nächste Opfer hinunter.