Schmid jagt messi und schreibt österreichische fußballgeschichte
Romano Schmid ist nicht mehr nur Werders Mittelfeld-Motor. Nach seinem historischen WM-Tor gegen Jordanien fordert der 24-Jährige am Montagabend in Dallas selbst Lionel Messi heraus – und Österreich träumt laut vom ersten Sieg gegen den amtierenden Weltmeister seit 78 Jahren.
Das tor, das 28 jahre dauerte
Als Schmid in der 17. Minute eiskalt verwandelte, platzte 28-jährige Sehnsucht. Erstes österreichisches WM-Tor seit Andreas Herzog 1998 – und wieder war ein Bremer dafür verantwortlich. „Die Bremen-Connection ist ein schöner Zufall, aber jetzt zählt nur Argentinien“, sagt Schmid, Faust geballt wie auf dem Foto, das seit Sonntag durch alle sozialen Kanäle rauscht.
Für Trainer Ralf Rangnick ist klar: „Wenn Romano so läuft, können wir jeden ärgern.“ Die Statistik gibt dem Coach recht: In den letzten zehn Länderspielen steuerte Schmid fünf Scorerpunkte bei – kein Österreicher liegt seit Jahresbeginn vorn.

Messi lässt grüßen aus dem training
Argentinien reiste mit 38-jährigem Turbo. Drei Tore gegen Algerien, alle von Messi – der Altersarmband-Protest scheint vergessen. Beim Abschlusstraining in Frisco donnerte der Superstar aus 22 Metern die Kugel sechsmal hintereinander ins Kreuzeck. Österreichs Keeper Heinz Lindner schaute nur und murmelte: „Wir müssen ihn wehtun lassen, nicht anbeten.“
Die Quoten sprechen eine klare Sprache: 1,25 für argentinischen Sieg, 11,0 für den Sensations-Coup. Doch genau diese Zahlen lieben die Alpen-Kicker. Schon 1978 hielt Österreich 1:1 in Córdoba – damals hatte kein Buchmacher den Punkt angeboten.

Friedl und der geheime plan
Marco Friedlwird ebenfalls von Beginn an ran. Der Verteidiger kennt Messi aus dem Champions-League-Duell 2020, als der kleine Zauberer noch Barça trug. „Er schaut dir in die Augen und weiß, wo der Lücke ist, bevor sie entsteht“, erzählt Friedl. Die Lösung: „Wir schließen die Augen erst gar nicht.“
Rangnick setzt auf ein 4-2-3-1 mit Schmid als linkem Halbspieler. Seine Aufgabe: Messi in den ersten zwanzig Minuten so oft wie möglich foulen – fair, aber deutlich. „Wir wollen ihn aus dem Rhythmus bringen, nicht verletzen“, betont Schmid. Die gelbe Karte nimmt er dafür gerne in Kauf.
In Wien feiern bereits 50.000 Fans Public Viewing am Rathausplatz. Die Organisatoren rechnen mit einem neuen Rekord – egal wie spät das Spiel endet. Denn eines ist sicher: Wenn Schmid erneut trifft, wird ganz Österreich bis in die frühen Morgenstunden durchdrehen. Und Bremen auch.
