Schlotterbeck-poker: bvb sichert sich star – mit teurem ausstieg?
Dortmunds Innenverteidigung war zuletzt alles andere als stabil. Nun scheint eine Lösung gefunden, zumindest vorübergehend: Nico Schlotterbeck verlängert seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2031. Doch der Deal birgt eine elegante, wenn auch riskante Klausel, die die Fans verärgert und die Verantwortlichen vor eine Zerreißprobe stellt.
Die pfiffe als spiegelbild der fan-frustration
Die Reaktion der Dortmunder Anhänger beim jüngsten Heimspiel gegen Leverkusen (0:1) ließ wenig Zweifel: Der Schlotterbeck-Deal kommt bei den Fans überhaupt nicht gut an. Pfiffe und Unmut brachen über den Spieler herein, ein deutliches Zeichen der Skepsis gegenüber der Verlängerung mit der Ausstiegsklausel.
Denn die Klausel, die es Schlotterbeck ermöglicht, bereits im kommenden Sommer für eine Ablöse zwischen 50 und 60 Millionen Euro zu wechseln, ist der Knackpunkt. Ein Preis, der zwar für den BVB eine beträchtliche Summe darstellen würde, aber gleichzeitig die Angst vor einem erneuten, chaotischen Abgang schürt.

Liverpool und real madrid: die begehrten ausstiegstore
Was die Situation für den BVB zumindest etwas entschärft, ist die Tatsache, dass die Ausstiegsklausel nicht für jeden Verein gilt. Sport BILD berichtet exklusiv, dass sie sich ausschließlich auf drei Top-Klubs bezieht: den FC Liverpool und Real Madrid. Die Liste ist eng gefasst, und in den vergangenen Monaten gab es keine konkreten Anzeichen für ein Interesse dieser Klubs an Schlotterbeck – zumindest nicht ohne die Klausel. Eine Verpflichtung ohne Klausel wäre vermutlich günstiger gewesen, doch das war eben nicht die Realität.
Real Madrid plant bekanntlich eine umfassende Umstrukturierung der Innenverteidigung. Mit dem Auslauf der Verträge von David Alaba (33) und Antonio Rüdiger (33) – deren Zukunft ebenfalls ungewiss ist – werden zwei neue Innenverteidiger benötigt. Und hier könnte Schlotterbeck ins Spiel kommen, sollte Trainer Álvaro Arbeloa, der Nachfolger des im Januar freigestellten Xabi Alonso, seine Bewährungsprobe bestehen.

Die zeit drängt: bvb hat sechs wochen zum handeln
Die BVB-Verantwortlichen haben sich jedoch einen gewissen Puffer geschaffen. Die Ausstiegsklausel ist nämlich nicht für die gesamte Transferperiode gültig, sondern läuft im Laufe des Julis ab, rund um das Endspiel der Weltmeisterschaft. Das bedeutet, dass Lars Ricken und Ole Book etwa sechs Wochen Zeit hätten, um einen adäquaten Ersatz zu finden und die entstandene Lücke zu schließen.
Ein Szenario, das im vergangenen Sommer bereits für Irritationen sorgte, als Chelsea die Rückhol-Option für Aaron Anselmino aktivierte. Der schnelle Abgang des jungen Verteidigers hinterließ bei den Dortmundern einen bitteren Nachgeschmack, den man mit Schlotterbeck nun unbedingt vermeiden will. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Suche nach einem leistungsstarken Innenverteidiger auf dem letzten Drücker eine echte Herausforderung darstellt.
Lars Ricken hatte sich vor allem eines erhofft: die Vermeidung eines Vertragsjahres für Schlotterbeck. Nun bleibt abzuwarten, ob die geschickte Gestaltung der Ausstiegsklausel tatsächlich das Ruder herumreißt und die Fans wieder von der Qualität und dem Potenzial ihres Spielers überzeugt.
