Zverev kämpft sich durch eisige bedingungen – und gewinnt!
München fror, Alexander Zverev schwitzte – und siegte. Der Titelverteidiger der BMW Open bewies gegen Miomir Kecmanovic trotz widrigster Bedingungen Nervenstärke und sicherte sich einen hart erkämpften Sieg im Tiebreak. Ein Match, das mehr als nur Tennis zeigte: Willen, Durchhaltevermögen und die kalte Realität des frühen Frühlings.

Kälte lähmt, zverev zwingt durch
Grauer Himmel, drohender Regen und Temperaturen, die selbst hartgesottene Tennisspieler zum Zittern brachten – das war die Kulisse für Zverevs Auftaktmatch. „Es war sehr, sehr kalt. Da ist es schwer, Druck auszuüben“, räumte der Weltranglisten-Dritte nach dem Spiel ein. Doch anstatt sich von den eisigen Bedingungen entmutigen zu lassen, biss er sich durch. Kecmanovic, einer der wenigen Spieler, der Zverev dieses Jahr schlagen konnte – zuletzt in Acapulco im Februar – präsentierte sich als unangenehmer Gegner.
Zverev startete holprig in das Match, verlor früh den Service, doch seine Reaktion war beeindruckend. Er fand zurück ins Spiel, dominierte zunehmend und sicherte sich den ersten Satz mit 6:3. Ein Hochglanz-Tennis war es keines, aber es zeigte die nötige Souveränität. Das Publikum, darunter Ex-Weltmeister Mats Hummels, hielt den Atem an.
Aber Kecmanovic war noch lange nicht geschlagen. Der Serbe kämpfte verbissen, nutzte jede Chance und konterte im zweiten Satz mit demselben Ergebnis: 6:3. In der Zverev-Box saßen Vater Alexander senior, Bruder Mischa und Doppelpartner Marcelo Melo, die ebenfalls mitfieberten – eine Familie, die den Druck mit ihrem Sohn teilt.
Der dritte Satz entwickelte sich zu einem Kampf der Nerven. Das Niveau ließ zu wünschen übrig, doch die Spannung war greifbar. Der Tiebreak wurde zum entscheidenden Moment, und hier zeigte Zverev seine Klasse. Mit einem deutlichen 7:2 sicherte er sich den Sieg nach 2 Stunden und 18 Minuten. Der erlösende Schrei, die Erleichterung im Gesicht – ein Beweis für seinen unbändigen Willen.
„Er war wie eine Wand. Ich bin froh, gewonnen zu haben. Jetzt kann es losgehen“, kommentierte Zverev das Match, während der angekündigte Regen glücklicherweise ausblieb. Im Viertelfinale trifft er nun auf den Kanadier Gabriel Diallo. Ein weiteres Kapitel in seiner ambitionierten Saison.
Für zwei deutsche Talente gab es hingegen bereits früh ein Ende: Diego Dedura und Justin Engel scheiterten an Flavio Cobolli bzw. Vit Kopriva. Ihr Ausscheiden unterstreicht die Herausforderungen, die junge Spieler auf dem Weg an die Weltspitze meistern müssen. Doch Zverevs Sieg zeigt: Mit Kampfgeist und Entschlossenheit sind auch eisige Bedingungen und starke Gegner zu bezwingen.
