Schlotterbeck: bekenntnis zum bvb – oder doch nur zum sommer-abgang?
Dortmund – Ein neuer Vertrag, Applaus, Hoffnung auf Titel. Doch beim BVB-Deal mit Nico Schlotterbeck hängt ein bitterer Beigeschmack in der Luft: Eine Ausstiegsklausel öffnet dem Innenverteidiger im Sommer die Tür zu europäischen Top-Klubs – und lässt die Frage aufkommen, ob die „Echte Liebe“ wirklich so echt ist.
Die ausstiegsklausel als köder
Die Vertragsverlängerung, verkündet mit viel Tamtam, wirkt wie ein cleverer Schachzug, um den begehrten Verteidiger vorerst zu binden. Aber die Klausel, für die europäischen Schwergewichte gedacht, macht den Deal zu einem doppelten Schneckenhaus. Schlotterbeck bleibt zwar, doch er ist bereits mit einem Fuß bei einem anderen Verein.
„Ich möchte Titel gewinnen“, so Schlotterbeck in einem eigens produzierten Video. Eine Aussage, die im Kontext der Klausel fast schon zynisch klingt. Denn wo könnte er Titel eher gewinnen als bei Klubs wie Real Madrid, Manchester City oder Barcelona – Vereine, die sich seinen Wert jederzeit leisten können?
Didi Hamann, der ehemalige Bayern-Profi, sprach von einem „brandgefährlichen Deal“ für den BVB. Lothar Matthäus geht sogar noch weiter: Dem Vernehmen nach hatte der Verein Schlotterbeck dazu gedrängt, die Klausel in den Vertrag aufnehmen zu lassen, um seine Unterschrift zu sichern. Ein Hinweis darauf, dass die Verantwortlichen selbst die Unsicherheit des Deals erkannt haben.

Die fans pfeifen – und die gerüchte schüren
Die Fans sind skeptisch. Beim Spiel gegen Leverkusen wurde Schlotterbeck ausgepfiffen – ein deutliches Zeichen der Unzufriedenheit. Die Frage, ob er die „Echte Liebe“ zum BVB wirklich empfindet, wird lauter. Die Medien schüren die Gerüchte: Bild berichtet, dass Real Madrid, Barcelona und Manchester City ins Rennen um den Nationalspieler eingestiegen sind. Die Bayern hingegen scheinen sich nicht zu beteiligen, da ein Wechsel zum Lokalrivalen wohl ausgeschlossen ist.
Wie kam es zu diesem Deal? Nach monatelangen Verhandlungen scheint Schlotterbeck, der wohl keine Angebote von Vereinen auf seinem Niveau erhalten hatte, beim BVB zugesagt zu haben. Nur so lässt sich erklären, warum er sich mit einer Ausstiegsklausel einverstanden erklärt hat, die ihn im Sommer für relativ wenig Geld abgeben lässt.
Ole Book, der neue BVB-Sportdirektor, beteuert, dass Schlotterbeck „ganz lange bleiben möchte“. Aber die Welt des Profifußballs ist ein Geschäft. Und in diesem Geschäft geht es um Geld, Ruhm und Titel – in dieser Reihenfolge.
Schlotterbeck träumt davon, Antonio Rüdiger beim FC Real zu verdrängen und Weltmeister zu werden. Ein ambitioniertes Ziel, das ihm im BVB-Trikot kaum gelingen wird. Die Wahrheit ist bitter: Schlotterbecks Bekenntnis zum BVB ist in erster Linie ein Bekenntnis zu seinem eigenen finanziellen Vorteil. Ein Deal, der dem Verein zwar kurzfristig hilft, langfristig aber ein großes Risiko birgt. Der BVB hat einen talentierten Spieler gebunden, aber gleichzeitig einen potenziellen Abgang im Sommer eingepreischt. Ein teurer Spaß, der die Fans am Ende bitter nachdenken lässt.
