Schiller glänzt – nationalmannschaft kein thema mehr?

Marcel Schiller, Linksaußen von Frisch Auf Göppingen, liefert derzeit eine Saisonleistung ab, die seinesgleichen sucht. Mit 145 Treffern in dieser Spielzeit reiht er sich unter den Top-Torjägern der Handball-Bundesliga ein und beweist, dass er auch in seiner 13. Bundesliga-Saison noch zu Höchstleistungen fähig ist. Doch während sein Verein in der Rückrunde brilliert, scheint eine Rückkehr ins DHB-Team für den Routinier kein Thema zu sein.

Die leichtigkeit des seins: schillers schlüssel zum erfolg

„Ich bin diese Saison komplett frei im Kopf“, erklärt Schiller im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung. Diese innere Ruhe, gepaart mit dem Genuss am Spiel, scheint der Schlüssel zu seiner herausragenden Form zu sein. Er lässt den Druck hinter sich und konzentriert sich auf das Wesentliche: Handball spielen und Spaß dabei haben. Eine solche Unbeschwertheit kommt seinem Spiel zugute – das ist offensichtlich.

Die Frage, ob diese Leistung eigentlich eine Rückkehr in die Nationalmannschaft rechtfertigen würde, beantwortet Schiller jedoch eindeutig verneinend: „Für mich ist das Thema durch. In das Muster mit vielen jungen Spielern passe ich einfach nicht mehr rein.“ Er gesteht ein, dass der Druck, das Adler-Trikot zu tragen, ihn in der Vergangenheit belastet hat und ihm die Freiheit nahm, sein Spiel voll auszuleben.

Doch es gibt mehr als nur Talent: Schiller legt großen Wert auf seine körperliche Fitness. Seine abgeschlossene Ausbildung zum Physiotherapeuten ermöglicht es ihm, seinen Körper optimal zu pflegen und individuelle Trainingsmaßnahmen zu ergreifen. „Da hilft auch meine abgeschlossene Ausbildung zum Physiotherapeuten, die ein wichtiger Faktor über die Dauer meiner Karriere war“, so Schiller. Eine langfristige Karriere wie die von Hans Lindberg zu verfolgen? Er lässt das offen.

Ein vorbild für frisch auf göppingen

Ein vorbild für frisch auf göppingen

Schiller betont, dass er seine Karriere so lange fortsetzen möchte, wie seine Motivation und sein Körper ihn unterstützen. „Jetzt habe ich erst einmal noch Vertrag bis 2028. Wenn ich merken würde, meine Motivation lässt nach oder mein Körper lässt mich im Stich - dann höre ich sofort auf.“ Andernfalls setzt er sich kein zeitliches Limit – warum auch? Denn wenn man sein Hobby zum Beruf macht und alles passt, wäre es doch töricht, mit 36 aufzuhören.

Auch für Frisch Auf Göppingen sieht Schiller positive Zeichen. Die bessere Eingeiglichkeit des Teams, die starke Abwehrarbeit und die herausragenden Leistungen des Spielmachers Elias Newel tragen maßgeblich zum Erfolg bei. „Da kommen viele Faktoren zusammen“, sagt Schiller. „Newel belebt das Spiel mit seiner frischen Art und spielt nicht nur für sich. Er hat das Zepter im Angriff in der Hand, was lange Zeit das Problem darstellte.“

Die Zahlen lügen nicht: Frisch Auf Göppingen ist in der Spitzengruppe der Handball-Bundesliga etabliert. Und Marcel Schiller, der erfahrene Linksaußen, ist ein entscheidender Faktor dafür. Seine Entscheidung gegen eine Rückkehr ins Nationalteam mag überraschen, doch sie unterstreicht seine Ehrlichkeit und seinen Fokus auf das, was ihm wirklich wichtig ist: Handball auf höchstem Niveau, frei von unnötigem Druck und voller Leidenschaft.