Schiedsrichter-verband schlägt alarm: anschuldigungen gegen pérez und rmtv

Ein heftiger Schlagabtausch zwischen dem spanischen Schiedsrichterverband (AESAF) und Real Madrid eskaliert: Der Verband hat eine offizielle Beschwerde gegen Real-Madrids Präsidenten Florentino Pérez und den offiziellen TV-Sender des Vereins, RMTV, eingereicht. Der Vorwurf: gezielte Hetze und ein Klima der Feindseligkeit gegenüber den Schiedsrichtern.

Die eskalation: beschwerde bei der kommission für antigewalt

Die eskalation: beschwerde bei der kommission für antigewalt

Die Entscheidung des AESAF ist kein isoliertes Ereignis, sondern der nächste Schritt in einer zunehmend angespannten Situation. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Verband eine Disziplinaruntersuchung gegen Pérez bei der Liga gefordert. Nun geht man einen deutlich härteren Weg und zieht sowohl Pérez als auch RMTV zur Kommission für Antigewalt.

„Die Beschwerden wurden gegen Herrn Pérez und gegen Real Madrid TV und den Real Madrid CF eingereicht, im Rahmen unserer institutionellen Linie, um die Würde, Integrität und den Schutz der spanischen Schiedsrichter zu gewährleisten“, so der AESAF in einer offiziellen Erklärung. Die Kernfrage ist dabei nicht nur die gegen Pérez erhobene, sondern auch die gegen den Sender des Vereins.

Die Eskalation ist verständlich: Pérez hatte in einem Interview und einer Pressekonferenz öffentlich behauptet, ihm seien „Ligas gestohlen“ worden und es habe „über zwei Jahrzehnte hinweg einen systematischen Korruptionsfall“ gegeben, der weiterhin von den gleichen Schiedsrichtern begünstigt werde. Diese Aussagen, gepaart mit den regelmäßigen, oft polemischen Kommentaren auf RMTV, haben das Fass zum Überlaufen gebracht.

Die AESAF argumentiert, dass die wiederholte Verbreitung bestimmter Botschaften und die systematische Diskreditierung des Schiedsrichterkollektivs das Klima des Respekts untergraben, das für ein faires sportliches Geschehen unerlässlich ist. Die Folge: eine Zunahme von Spannungen, Feindseligkeit und sogar Gewalt gegen die Unparteiischen.

Besonders brisant ist die Berichterstattung von RMTV, die in einem Video offen Alberola Rojas, einen Schiedsrichter, als „denjenigen in Grau“ bezeichnete und ihm mangelnden Anstand vorwarf. Diese Art von Äußerungen, kombiniert mit Pérez' Behauptungen, schaffen eine Atmosphäre, in der Schiedsrichter zunehmend bedroht und angefeindet werden.

Die Beschwerde des Schiedsrichterverbandes ist ein deutliches Signal an den spanischen Fußball: Die Toleranzgrenze für Angriffe auf die Unparteiischen ist erreicht. Ob die Kommission für Antigewalt nun aktiv wird und welche Konsequenzen für Pérez und RMTV drohen, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der Konflikt zwischen dem Schiedsrichterverband und Real Madrid hat eine neue, gefährliche Dimension erreicht.