Bayern münchen: hargreaves fordert gezielte verstärkungen – nicht revolution!

München – Nach dem dramatischen Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Paris Saint-Germain stellt sich die Frage: Braucht der FC Bayern einen kompletten Umbruch? Eher nicht, meint TV-Experte Owen Hargreaves. Vielmehr sieht der ehemalige Bayern-Profi Bedarf an gezielten Verstärkungen, um den letzten Schritt zum Henkelpott zu gehen.

Die schwächen liegen im detail

Die Saison 2025/26 war für den FC Bayern insgesamt herausragend. Die Offensive um Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz begeisterte mit ihrer Spielweise. Doch im Champions-League-Halbfinale gegen PSG fehlten die entscheidenden Faktoren. „Bayern hat eine bärenstarke Saison unter Vincent Kompany gespielt – aber Paris hatte in den entscheidenden Momenten einfach die Nase vorn“, analysiert Hargreaves im Gespräch mit Eurosport.

Es war nicht so, dass die Bayern dem Titelverteidiger unterlegen waren, sondern vielmehr, dass PSG in den wichtigen Situationen die Köpfe einfach höher gestreckt hat. Ein Umbruch des Kaders wäre daher nicht notwendig. Die erste Elf ist auf jeder Position hervorragend besetzt, aber in der Tiefe des Kaders gibt es Nachholbedarf.

Zwei neue spieler für die bank

Zwei neue spieler für die bank

Hargreaves sieht vor allem Bedarf im Mittelfeld. „Meiner Meinung nach brauchen sie zwei Mittelfeldspieler“, so der Experte. „Einen dynamischen Sechser, einen athletischen Spieler – Johan Manzambi vom SC Freiburg wäre ein gutes Beispiel. Er ist ein guter Kicker, der auf vielen verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann.“

Auch in der Offensive muss der FCB nachlegen. Harry Kane ist zwar ein Weltklassestürmer, aber mit 32 Jahren nicht mehr für jede Partie zu Verfügung. „Hinter Harry braucht es einen Ersatz“, betont Hargreaves. „Aktuell wird viel über Anthony Gordon gesprochen, der würde diese Flexibilität für alle Offensivpositionen mitbringen.“

Mentalität ist entscheidend

Mentalität ist entscheidend

Für Hargreaves sind es vor allem die Nuancen, die im Champions-League-Wettbewerb den Unterschied machen. „Sie brauchen nicht viel. Bayern braucht Spieler für die speziellen Momente wie gegen PSG, in denen sie dann den Unterschied machen“, erklärt er. Er lobt die Entwicklung von PSG unter Trainer Luis Enrique, der seiner Mannschaft eine „deutsche Mentalität“ verliehen habe. „Wenn ich an die Spiele mit Kylian Mbappé, Neymar und Lionel Messi vor ein paar Jahren zurückdenke, ist das sehr erstaunlich. Paris hat mittlerweile eine deutsche Mentalität: Mit dem Ball kann man Spaß haben, ohne Ball muss man Gas geben.“

Die Bayern haben es gut gemacht, aber PSG war einfach ein bisschen besser. Ein Fakt, der im Sommer die Weichen für eine gezielte Kaderverstärkung stellt – ohne dabei die bisherige erfolgreiche Spielweise zu gefährden. Die kommenden Transferfenster werden zeigen, ob der FC Bayern die richtigen Schrauben anzieht, um im nächsten Jahr wieder einen ernsthaften Anlauf auf den Champions-League-Titel zu nehmen.