Schalke setzt sich durch: ksc hadert mit blasser offensive

Gelsenkirchen – Ein müder Karlsruher SC musste sich am Ostersonntag dem FC Schalke 04 mit 0:1 geschlagen geben. Die Zahlen lügen nicht: 5:24 Torschüsse, ein xGoals-Wert von nur 0,20 – die Angriffsleistung der Badener war schlichtweg erschreckend. Die Frage, die nun in Karlsruhe brennt: Reicht es gegen den Abstieg, oder muss man sich dem Blick nach unten zuwenden?

Eichners analyse: schalke hatte das momentum

Nach dem Spiel äußerte sich KSC-Trainer Christian Eichner enttäuscht. "Eine individuelle Aktion kann immer passieren – und dann hat die Mannschaft, die oben steht, das Momentum", kommentierte er am ARD-Mikrofon. Es war mehr als eine Beobachtung; es war eine Diagnose. Denn die Schwächung der Karlsruher Offensive war offensichtlich. Der vermeintliche Spielmacher Marvin Wanitzek, der mit einem Tor noch den neuen Vorlagenrekord in der 2. Liga hätte aufstellen können, wirkte wie ein Schatten seiner selbst. Ebenso blass zeigten sich die Shootingstars Louey Ben Farhat und Rafael Pinto Pedrosa, die gegen die kompakte Schalker Defensive kaum Durchsetzungsvermögen bewiesen.

Wanitzek: „zu viele einfache fehler“

Wanitzek: „zu viele einfache fehler“

Auch KSC-Kapitän Wanitzek räumte ein, dass die Leistung nicht stimmte. "Wir hatten zu viele einfache Fehler und haben Schalke nicht vor Aufgaben gestellt. Kurz nach der Mittellinie war Schluss, wenn wir den Ball hatten. In Summe zu fehlerhaft – und deshalb haben wir verloren“, erklärte er. Das ist kein Vorwurf, sondern ein Weckruf. Denn in der 2. Liga sind solche Fehler selten verziehen.

Die tabelle lügt nicht – aber…

Die tabelle lügt nicht – aber…

Während Schalke 04 mit 55 Punkten die Tabellenführung fest im Griff hat und dem Aufstieg immer näher kommt, sieht es für den KSC düsterer aus. Mit 37 Punkten rangiert man zwar auf dem neunten Platz, doch der Vorsprung auf die Relegationszone beträgt lediglich acht Zähler. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der KSC die Kurve bekommt oder ob die Befürchtungen Früchte tragen.

Wanitzek forderte seine Mannschaft dennoch auf, sich nicht unterkriegen zu lassen: "Wir müssen Woche für Woche schauen, dass wir noch Punkte aufs Konto drauf schaffen. Wir können am Freitag (gegen Bielefeld) vorlegen und die 40 Punkte fix machen. Das ist unser absolutes Ziel.“ Das ist die richtige Einstellung. Denn im Fußball ist nichts so sicher wie die Ungewissheit.