Scaloni verspielt vor argentiniens duell mit algerien: "nur ein fußballspiel"

Kansas City – Lionel Scaloni, der Mann, der Argentinien zurück auf die Weltbühne geführt hat, strahlt Ruhe aus, auch wenn das erste Testspiel vor dem WM-Start gegen Algerien vorliegt. In seiner Pressekonferenz vor dem Spiel betonte er, dass es „nur ein Fußballspiel“ sei, obwohl er die Bedeutung des Wettbewerbs nicht schmälern wollte. Ein Statement, das die argentinische Fangemeinde beruhigen soll, nachdem die letzten Monate von Höhen und Tiefen geprägt waren.

Die balance zwischen erfahrung und erwartung

Die balance zwischen erfahrung und erwartung

Scaloni erinnerte daran, dass er bereits in der Vergangenheit Kritik über sich erdulden musste, selbst nach dem Gewinn der Copa América. „Das hat sich nicht geändert“, erklärte er. „Die Balance ist das richtige Wort. Wir wissen, dass wir unser Bestes geben, für unser Land. Das gibt einem Ruhe, unabhängig vom Ergebnis.“ Die gewonnenen Spiele geben zwar Sicherheit, doch der Respekt vor dem Gegner bleibt ungetrübt.

Ein besonderes Augenmerk richtete Scaloni auf die Taktik. Er deutete an, dass die Aufstellung nicht in Stein gemeißelt ist. „Bielsa hat es gestern schon gesagt“, spielte er auf mögliche Gerüchte an. „Ich werde den Jungs das heute Abend mitteilen.“ Der Einsatz von Emiliano Martínez steht bevor, sofern es keine kurzfristigen Probleme gibt.

Die Vorfreude auf eine neue Weltmeisterschaft ist groß. Scaloni gestand, dass er von der Atmosphäre und den Emotionen begeistert ist. „Es sind starke Gefühle dabei“, sagte er mit einem Augenzwinkern und erinnerte sich an seine Zeit bei Estudiantes, wo er von Martín Palermo den Weg geebnet wurde. „Das war eine sehr schöne Zeit.“

Die Flexibilität in der Spielweise ist ein weiterer Schwerpunkt. Scaloni betonte, dass die Essenz des Teams gleich bleiben wird, unabhängig davon, ob mit drei oder fünf Verteidigern gespielt wird. Entscheidend sei die Arbeitsmoral und der Wille, den Gegner zu überwinden. Der Druck, der oft mit dem argentinischen Trikot einhergeht, habe durch eine bewusste Entspannung des Teams abgenommen. „Wir wollen, dass sie ruhig spielen können“, erklärte Scaloni. „Es geht darum, dass sie nach dem Spiel sagen können: Wir haben alles gegeben.“

Die Stärke von Lionel Messi steht außer Frage. „Jeder will ihn spielen sehen, weil er etwas Besonderes auslöst“, lobte Scaloni. Auch Julián Álvarez befindet sich auf dem Weg der Besserung und steht für das Spiel zur Verfügung. „Er ist eine weitere Option für uns.“

Die Auswahl der Aufstellung gestaltet sich, wie immer, schwierig. „Ich habe immer Schwierigkeiten, die elf auszuwählen, da wir viele großartige Spieler haben“, so Scaloni. „Es geht darum, das richtige Gleichgewicht zu finden, auch wenn einige Spieler auf der Bank bleiben müssen.“

Algerien wird als ein ernstzunehmender Gegner eingeschätzt. „Sie sind ähnlich wie Marokko, haben schnelle und technisch versierte Spieler und einen sehr guten Trainer“, warnte Scaloni. Das Spiel Brasilien gegen Marokko habe gezeigt, dass man den Gegner niemals unterschätzen darf. Die Temperaturen in Kansas City sind nicht optimal, aber das Team hat sich gut angepasst. „Die Stadt hat uns gut aufgenommen und das Trainingszentrum ist fantastisch.“

Am Ende betonte Scaloni noch einmal die emotionale Bedeutung seines Amtes. „Ich glaube, es wird eine Weile dauern, bis ich realisiere, dass ich hier bin“, sagte er. „Der Trainer der argentinischen Nationalmannschaft muss diese Emotionen vermitteln. Das wird sich auch in ein paar Jahren nicht ändern.“ Die Persönlichkeit und der Charakter des Teams sind für ihn entscheidend. „Das haben wir in uns. Wir wollen vor allem gut spielen.“

Die Partie gegen Algerien wird zeigen, ob Scalonis Taktik aufgeht und Argentinien seinem Weg zum WM-Titel einen weiteren Schritt näherbringt. Denn eines ist klar: Argentinien kommt nicht, um nur teilzunehmen.