Scaloni: 'meine mannschaft ist bereit – angst kenne ich nicht!'

Lionel Scaloni, der Mann, der Argentinien zurück auf die Weltspitze geführt hat, spricht offen über die Vorbereitung auf die WM 2026 und die Bürde, den Titel zu verteidigen. Im exklusiven Gespräch mit 'Olé' offenbarte der argentinische Nationaltrainer eine beeindruckende Mischung aus Selbstvertrauen, Demut und tiefer Verbundenheit zu seinem Land und seiner Familie.

Die dna des siegers: der einfluss seines vaters

Scaloni blickt auf die Lehren zurück, die er von seinem Vater erhalten hat, einem Mann, der ihm einst prophezeite, er werde eines Tages die argentinische Nationalmannschaft trainieren. „Mein Vater ist ein Kämpfer, jemand, der keine Angst vor irgendetwas hat. Er sagte mir schon vor 15 Jahren, dass ich eines Tages die Selección trainieren würde. Diese unerschütterliche positive Einstellung hat mich geprägt und mir geholfen, auch in schwierigen Situationen den Kopf nicht hängen zu lassen.“ Diese Einstellung, gepaart mit seiner Erfahrung in den Jugendbereichen, hat Scaloni zu dem Taktiker geformt, der er heute ist – jemand, der die Spieler in den Mittelpunkt stellt und die eigene Rolle als Trainer relativiert. „Die Spieler sind die Hauptakteure, der Trainer ist nur ein Unterstützer“, betonte er.

Stabilität und vertrauen: das fundament für den wm-titelverteidigung

Stabilität und vertrauen: das fundament für den wm-titelverteidigung

Vor dem Hintergrund der WM-Vorbereitungen unterstrich Scaloni die Stabilität seines Teams. „Wir sind gut vorbereitet. Wir haben einen soliden Kern von 60 bis 70 Prozent Stammspielern, die sich bestens kennen. Das erleichtert die Vorbereitung enorm und hilft, Zweifel auszuräumen. Natürlich sind alle Teams vor einem Turnier nervös, aber wir haben eine gute Basis.“ Er ist sich bewusst, dass der Titelverteidiger immer im Fokus steht, und betont, dass Argentinien auch in diesem Turnier eine entscheidende Rolle spielen wird, unabhängig vom Ergebnis.

Die favoriten: eine lange liste

Die favoriten: eine lange liste

Bei der Frage nach den WM-Favoriten nannte Scaloni eine beeindruckende Liste: „Ich würde sagen, es sind mindestens zehn Teams, die eine Chance haben. Neben Argentinien gehören dazu Spanien, Frankreich, Portugal, England, Brasilien, Kolumbien, Uruguay und natürlich auch Kroatien. Es ist ein hartes Feld, und man braucht mehr als nur gutes Spiel, um einen Titel zu holen.“ Er erinnerte daran, dass Argentinien auf dem Weg zum letzten Titel selbst zahlreiche Hindernisse überwinden musste, was die Herausforderung noch größer macht.

Die familie und die zukunft: ein erfüllter traum

Trotz des immensen Erfolgs bleibt Scaloni seinen Wurzeln treu. Sein Wunsch ist es, seinen Kindern die argentinische Kultur und Werte zu vermitteln, auch wenn sie in Spanien aufgewachsen sind. Bezüglich seiner eigenen Zukunft bei der Nationalmannschaft zeigte sich der Trainer zuversichtlich, dass eine Einigung mit dem Verband erzielt werden kann. „Hier zu arbeiten, ist ein Traum, und ich hoffe, dass ich noch lange dabei sein kann“, sagte er.

Der Weg zur WM-Titelverteidigung mag steinig sein, aber mit der unerschütterlichen Mentalität seines Vaters und der Leidenschaft für das argentinische Trikot ist Lionel Scaloni bereit, die Herausforderung anzunehmen. Argentinien kann sich freuen auf einen Trainer, der nicht nur taktisch versiert, sondern auch ein echter Kämpfer ist.