Scaloni bremst mastantuono-hype: „bei real madrid verstärkt sich alles“
Paris – Ein Name, zwei Lager. Franco Mastantuono, 18, 25 Pflichtspiele für Real Madrid, wird in Argentinien bereits als kommender Weltmeister gehandelt. Lionel Scaloni zieht die Handbremse. „Er ist ein Junge“, sagt der Trainer des amtierenden Weltmeisters am Rande des Trainings vor dem Test gegen Mauretanien. „Tomás Aranda von Boca ist genauso alt. Beide sind Jungs. Wir müssen ihnen Zeit geben.“
Real madrid als brennglas
Die Logik des Coaches: Wer bei Real Madrid spielt, gerät automatisch unter Vergrößerungsglas. „Das ist der anspruchsvollste Klub der Welt. Alles wird größer dargestellt“, erklärt Scaloni. „Mir genügt, dass Franco seine Situation versteht.“ Die Botschaft: Kein Sprint, sondern ein Marathon. „Bei uns bekommt er Rückendeckung, aber er muss Stufe für Stufe gehen. Seine Karriere beginnt gerade.“
Die verspätete Nominierung für die Doppel-Testserie gegen Mauretanien und Sambia hatte für Wirbel gesorgt. Scaloni räumt auf: „Zuerst hatten wir nur ein Spiel, da hätte es keinen Sinn gemacht, 30 Spieler mitzubringen.“ Als der zweite Termin hinzukam, habe man sofort nachgelegt. „Ich schätze seinen Willen, dabei zu sein. Aber manche springen aus dem Flugzeug und fragen: ,Wiesen gerade ich?‘ Zum Glück sind die Jungs reif genug, das zu ignorieren.“

Messis letzte entscheidung
Parallel lenkt Scaloni die Aufmerksamkeit auf das mögliche Ende einer Ära. Lionel Messi, 37, bestreitet beide Länderspiele. „Ob er vom erste oder 60. Minute steht, entscheide ich kurzfristig“, sagt er. „Zum Weltcup? Ich will ihn dabei haben, aber er wird entscheiden. Wir warten mit Gelassenheit.“
Die Klarstellung wirkt wie ein Seitenhieb gegen die Medienmaschinerie, die jeden Schritt der jungen Madrilenen überdeutlich analysiert. Mastantuono bleibt zunächst Außenseiter. Die Wahrscheinlichkeit, ihn in Katar 2026 auf dem Platz zu sehen, steigt nur, wenn er sich an Scalonis Devise erinnert: „Karriere ist ein Verb.“
