Sc freiburg kassiert in genk einen dämpfer – und viele schläge
Genk trat an, als ginge es ums Überleben. Freiburg trat ab – mit einer blutenden Augenhöhle und einem 0:1 im Gepäck. Die Europa-League-Geschichte des Breisgauers droht im Achtelfinale schon am ersten Kapitel zu zerbrechen.
El ouahdi trifft, beste blutet
24. Minute, Luminus Arena. Zakaria El Ouahdi spitzelt den Ball aus acht Metern flach ins lange Eck – Tor, Genk-Fansegen. Wenig später fliegt Jan-Niklas Beste nach einem Ellbogen von Ibrahima Bangoura mit zuckenden Lidern vom Platz. Die Schiedsrichterpfeife bleibt stumm, die Freiburger mit leeren Händen.
Julian Schuster hatte vor Abpfiff noch drei Worte an seinen Kapitän gerichtet: „Zeig Präsenz.“ Doch Matthias Ginter bekam stattdessen die Präsenz von Torhüter Tobias Lawal an der Schläfe. Die Standardsituation, die daraus resultierte, war ein Freistoß für Genk – wegen Stürmerfoul. So lief der Abend.

Ballbesitz ohne beißzahn
61 Prozent Spielanteile, elf Torschüsse, null Tore. Die Zahlen lügen nicht: Freiburg dominierte die Kulisse, vergaß aber die Bühne. Nur Yuito Suzuki schepperte Aluminium (38.), ansonsten flimmerte die Anzeigetafel kaum. Die Genker ließen den Ball laufen, stellten sich in den Passwegen quer und schlugen zurück wie ein Schlagstock.
Konstantinos Karetsas hätte vor der Pause sogar erhöhen können – sein Schuss strich haarscharf vorbei. Die belgische Presse nahm es gelassen: „Ein Tor reicht“, titelt Het Laatste Nieuws. Für Freiburg reicht es nicht, nur anzukommen.

Rückspiel in drei wochen – mit fragezeichen
Am 19. März um 18.45 Uhr rollt der Ball erneut, diesmal im Europa-Park Stadion. Doch die Rechnung ist rau: Ohne Auswärtstor muss Freiburg gewinnen – und das gegen eine Mannschaft, die in 14 Heimspielen erst zweimal verlor. Jan-Niklas Beste wird voraussichtlich mit Schutzmaske auflaufen, seine Augenhöhlenfraktur wurde am Freitag operiert.
Christian Streich, der die Partie als Co-Kommentator verfolgte, schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf: „Wenn du in der K.–o.-Phase nicht bereit bist, dich durchzubeißen, bekommst du eben die Arschkarte.“ Die liegt jetzt in Freiburg aus. Und sie ist blutrot.
