Pešić wäre mit bayern schon im viertelfinale – wenn er nur früher gekommen wäre
14 Spiele, acht Siege, Rang fünf – und trotzdem ist der Traum vom Viertelfinale nur noch ein Phantom. Der FC Bayern Basketball hat unter Svetislav Pešić die EuroLeague in einen Handstand gestellt, doch die Rechnung ist gnadenlos: Zu viele Pleiten, zu spät der Wechsel.
Die verspielte hinrunde kostet den fc bayern den platz unter den besten acht
Gordon Herbert startete mit 5:12, kassierte 14 Auswärtspartien in nur acht Wochen und verriss die Körnerschützen in der Fremde. Die Folge: München lag nach 17 Spielen auf Platz 16, die Play-offs schon im Dezember so gut wie aus. Pešićs erste Maßnahme nach seinem Amtsantritt kurz vor Weihnachten: Verteidigung umbauen, Tempo drosseln, Ego zähmen. Seitdem kassiert Bayern nur 74,3 Punkte pro Partie – das ist Liga-Spitze.
Der Effekt ist messbar, aber nicht mehr rettend. In der „Pešić-Tabelle“ nach Runde 21 wäre Bayern Fünfter, vor Barcelona, vor Olympiakos. Real steht der Rekordmeister auf Platz 13, zwei Siege hinter Platz 10 – der letzten Play-In-Riege. Jo Voigtmann sagt es offen: „Wir haben Siege verschenkt, die wir heute bräuchten.“

Sieben endspiele, eine niederlage erlaubt – dubai zuerst
Am Donnerstag (19.3., 20.30 Uhr) empfängt der FC Bayern im SAP Garden Dubai, fünf Tage später geht’s nach Kaunas. Theoretisch darf nur ein Match verloren werden, damit die Play-ins noch glimmen. Praktisch reicht selten eine 6:1-Ausbeute, weil Konkurrent wie Baskonia oder Partizan parallel gewinnen müssten. Die Mathematik ist ein Akt der Hoffnung, nicht der Logik.
Pešić selbst redet nicht von Wundern. Der 76-Jährige schielt nicht auf Tabelle, sondern auf Körpersprache. Sein Credo: „Wenn wir so verteidigen wie gegen Efes, sind wir unangenehm für jeden Gegner.“ Gegen Anadolu Efes hielt Bayern den Meister auf 80 Punkte, kassierte den Korb aber mit 0,3 Sekunden auf der Uhr. Die Niederlage steht sinnbildlich für die Saison: stark, aber eine Sekunde zu spät.
Die Arena wird am Donnerstag kochen, 12.000 Fans wollen das letzte Tanzfeuer sehen. Sie wissen: Selbst wenn Bayern alle sieben Restpartien gewinnt, braucht es fremde Schützenhilfe. Die Saison ist längst zu einer Schuldensaga geworden – beglichen wird sie vermutlich erst im nächsten Jahr. Pešić hat den Sturm abgewendet, nicht das Schiff gerettet. Und so bleibt nur die Erkenntnis: Späte Reaktionen sind im Sport wie im Leben – meist zu spät.
