Saugstrup gegen zwei teams: dänemark feiert seinen einsamen handball-krieger

Ein einzelner Kreisläufer stellt das ganze Land in den Schatten. Magnus Saugstrup, 29, SC Magdeburg, wurde gestern als erster Handballer überhaupt für den dänischen Sportpreis 2025 nominiert – und tritt dabei gegen zwei komplette Nationalmannschaften an.

Die Konkurrenz: die Gold-Bahnradler der Teamverfolgung und die Eishockey-Herren, beide WM-Medaillengewinner. Das Preisgeld: 100 000 Kronen, umgerechnet 13 400 Euro – ein Nebensache. Es geht um die Anerkennung, nicht um die Krone.

Warum nur er – und nicht das ganze team?

Das Kulturministerium begründet die Alleinnominierung mit „herausragender Führung“. Tatsache ist: Ohne Saugstrups brutale Abwehr und seine unermüdliche Pumparbeit hätte Dänemark die Heim-EM nicht gewonnen. Im Finale gegen Deutschland legte er sieben Treffer vor, zerlegte die deutsche Deckung, bevor sie überhaupt dachte, umdenken zu können.

Seine Statistik seit 2023 liest sich wie ein Lehrbuch des Komplettspielers: Champions-League-Sieg mit Magdeburg, WM-Gold, EM-Gold, danach direkt Bundesliga-Spitze. Kein anderer Feldspieler in Europa kombiniert derzeit so viel Spielintelligenz mit so viel Körpergewicht. 1,96 Meter, 104 Kilo – und trotzdem der schnellste Sprung auf dem Feld.

Ein preis, der deutschlands lorbeerblatt alt aussehen lässt

Ein preis, der deutschlands lorbeerblatt alt aussehen lässt

Deutschland kennt das „Silberne Lorbeerblatt“, verliehen vom Bundespräsidenten – ohne Geld, ohne mediale Eruption. Dänemark macht es anders: Das Ministerium wählt, der Verband schweigt, der Sportler kassiert. Und die Nation diskutiert, warum ausgerechnet ein Handballer – und nicht der Rad-Golden-Boy oder ein Eishockey-Torhüter – die Trophäe nach Hause trägt.

Sollte Saugstrup gewinnen, wäre das ein Vorbote. Denn der nächste Clou folgt schon im Sommer: Magdeburg peilt das Triple aus Bundesliga, Pokal und Champions League an. Mit Saugstrup als Antreiber. Mit Saugstrup als Nerv der Mannschaft. Und mit Saugstrup als lebenden Beweis, dass Handball längst mehr ist als ein Hallensport – es ist die DNA des nordischen Selbstverständnisses.

Die Entscheidung fällt am 4. November in Kopenhagen. Bis dahin trainiert er weiter, als wäre nichts gewonnen – und als käme noch viel mehr.