Xavi espart debütiert in der champions league – und klingt schon wie lahm

Barça rettet sich in Newcastle mit einem 1:1 in die Nachspielzeit, doch der wahre Seismograph des Abends steht rechts in der Abwehr: 18 Jahre, 1,72 Meter, Name: Xavi Espart. Er kommt, er spielt, er wird sofort mit Philipp Lahm verglichen – und der Vergleich stammt nicht von irgendwem, sondern von Hansi Flick.

Warum flick sagt: „er ist ein bisschen wie lahm“

Die Antwort liegt in einer einzigen Szene. 87. Minute, St.-James’-Park droht zu explodieren, Alexander Isak sprintet die Linie hinunter. Espart wirft sich quer, pflückt den Ball, spielt ihn direkt nach vorn. Kein Foulschrei, kein Aufschrei, nur ein Nicken von Flick an der Seitenlinie. „Bei ihm mag ich sein Selbstbewusstsein mit dem Ball“, sagte der Trainer schon vor dem Spiel – und fügte den Satz an, der seitdem in jedem WhatsApp-Chat der La Masia-Gruppen kursiert: „Er ist ein bisschen wie Philipp Lahm.“

Die Zahl, die das erklärt: 73 Prozent. So hoch war Esparts Passquote in der eigenen Hälfte, nachdem er in der 81. Minute für den erschöpften João Cancelo eingewechselt wurde. Kein Ballverlust, kein Hinterkopf-Zucken, nur kühle Kontrolle. Pau Cubarsí, ein Jahr älter, aber schon Stammkraft, lachte nach Abpfiff: „Wir nennen ihn ‚Mini-Lahm‘, seit er mit 15 in unserem Katastrophen-Kreistraining die Altersgruppe übersprungen hat.“

Der spanische lahm – ein deutscher traum?

Der spanische lahm – ein deutscher traum?

Barça besitzt zwei verletzte Außenverteidiger, einen suspendierten und einen, der sich in der Premier League verlaufen hat. Espart rutscht durch die Lücke, und plötzlich redet Katalonien wieder über deutsche Tugenden: Laufarbeit, Übersicht, keine Show. Der Klub hat intern bereits den Vertrag bis 2026 hochgezogen, die Ausstiegsklausel liegt bei 50 Millionen Euro – ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Lahm 2014 mit 30 Jahren auf dem Markt geschätzt hätte, was ein ganzes Stadion kostet.

Doch Espart will den Vergleich nicht kleben. Nachts, nach dem Spiel, postet er ein Foto aus dem Kabinengang, Shirt über der Schulter, daneben ein Emoji der spanischen Flagge. Dazwischen ein einzelnes Wort: „Gracias.“ Teamkollege Marc Bernal kommentiert mit einem einzigen Begriff: „Philipp.“ Ironie? Vielleicht. Oder einfach das neue Normalitätsniveau an der Carrer d’Arístides Maillol.

Die Zahlen sprechen trotzdem: 18 Jahre, 113 Tage jünger als Lahm bei dessen Debüt in der Champions League. 42 Länderspiele hat der Deutsche absolviert, Espart steht noch vor der Entscheidung, ob er für Spanien oder Deutschland spielen darf – seine Mutter stammt aus Stuttgart. Die FIFA wartet auf den Anruf, der DFB auch. Esparts Antwort: „Erst will ich Balde und Koundé verdrängen, dann sehen wir weiter.“

Barça fliegt am Sonntag zurück, Espart sitzt in Reihe 22A, neben ihm Cubarsí, beide mit AirPods, beide lächelnd. In der Kabine sagt Flick leise zu seinem Assistenten: „Wenn er so weitermacht, müssen wir den Jungen irgendwann Kapitän machen.“ Keine Übertreibung, nur Feststellung. Der nächste Lahm? Vielleicht. Aber erst mal ist er der erste Espart. Und der reicht Barça völlig.