Sancho-dilemma: bvb plant rückholaktion – reus drängt auf heimkehr

Borussia Dortmund schaltet den Rückwärtsgang ein. Nach Sport BILD-Informationen prüft der Klub die Rückkehr von Jadon Sancho, den er 2023 für 20 Millionen Euro zu Manchester United abgeschoben hatte. Der Flügelflitzer, derzeit an Aston Villa verliehen, soll wieder ins Schwarz-Gelbe Zentrum rücken – wenn er sich bewegt.

Reus wirbt: „beim bvb kann er zu sich finden“

Marco Reus, mittlerweile in Los Angeles verankert, hat sich klar positioniert. „Ich rate Jadon, hinzuschauen, wo er wieder lachen kann“, sagt der Galaxy-Kapitän im Exklusivgespräch. „Falls das Dortmund ist, profitieren beide Seiten.“ Reus’ Argument: Sancho brauche eine Bühne, auf der Fehler erlaubt sind – und genau die bietet der BVB. Die Statistik stützt ihn: In 104 Bundesliga-Spielen für Dortmund liefert Sancho 38 Torbeteiligungen, ein Schnitt, den er in England nie wieder erreicht.

Doch die Nostalgie allein zahlt keine Ablöse. Intern haben die Dortmunder Analysten ein Gutachten erstellt, das laut Vereinskreisen zwei Seiten füllt: Körperzusammensetzung und Spielfrequenz. Ergebnis: Sancho kommt in Birmingham auf 37 Minuten pro Liga-Einsatz – zu wenig für jemanden, der einst jede Woche 90 Minuten Dampf machte. Seine Sprintwerte liegen 7 % unter dem BVB-Durchschnitt, die gegnerische Box wird nur halb so oft wie 2020 betreten.

Kovacs athletik-konzept als joker

Kovacs athletik-konzept als joker

Trainer Niko Kovac hat sich bereit erklärt, den Fall zu übernehmen. Sein Athletik-Team hat in den letzten zwölf Monaten die Laktatwerte der Mannschaft um 12 % gesenkt und Muskelverletzungen um ein Drittel reduziert. Kovac plant ein individuelles Mikrozyklus-Programm für Sancho: drei Extratrainings pro Woche, GPS-Tracking bis ins Gramm, Ernährungsplan mit Intervallfasten. „Wenn er sich dem verschreibt, schießt er wieder 15 Vorlagen“, sagt Kovac laut Insidern.

Die Wirtschaftlichkeit ist das Zünglein an der Waage. Der BVB will kein Handgeld zahlen, kein Millionen-Gehalt. Stattdessen: Leihgebühr 3,5 Mio Euro, Laufzeit 18 Monate, Base-Salary 4 Mio plus Prämien nach Einsätzen und Tore. United würde 60 % der Gehaltsschulden übernehmen. Für Dortmund ein kalkulierbares Risiko, für Sancho eine letzte Chance, sich in Europas Top-5-Liga zu rehabilitieren.

Zeitfenster: Entscheidung bis 15. Juni, bevor die Sommervorbereitung startet. Sancho selbst schweigt öffentlich, aber seine Berater wissen: In Dortmund kennt jeder seine Pässe, seine Tempozonen, seine Lieblingslieder. Und vielleicht singt er dann wieder mit Ghettoblaster – diesmal nicht in Paris, sondern im heimischen Westfalenstadion.