Saelemaekers bricht schweigen: noch freundschaft mit calhanoglu vor derby

Rot gegen Blau – und trotzdem kein Hass? Alexis Saelemaekers spricht Tage vor dem Mailänder Derby über seinen seltenen Draht zu Inter-Star Hakan Calhanoglu und zieht damit alte Wunden auf.

Der wechsel, den die curva nicht verzieh

2021 war Calhanoglu noch der kreative Herzschlag von AC Milan, ehe er die Stadt rivalitätstechnisch kreuzte und für null Euro zur Konkurrenz lief. Die Tifosi verziehen den Türken nie, Saelemaekers nun erinnert sich in der DAZN-Kamera: „Er war einer der Ersten, der mir bei meinem Wechsel nach Mailand half, seine Familie vorstellte.“ Fast fünf Jahre nach dem Transfer würdigt der Belgier den Mittelfeldspieler, versieht das Lob aber mit einem deutlichen „wir verfolgen verschiedene Ziele“.

Die Aussage kommt zur rechten Zeit. Sonntag steigt das 239. Derby della Madonnina, Saelemaekers steht nach seiner Leihe bei Bologna wieder in Milans Kader. Die Stimmung kocht, die Ultras pfeifen Calhanoglu seit Jahren jedes Mal aus. Dass ein aktiver Rossonero jetzt öffentlich von „schönem Verhältnis“ schwärmt, ist im Vorfeld eines Spiels, das die Meisterschafts-Chancen beider Klubs formen kann, ein Novum.

Was saelemaekers wirklich sagen will

Was saelemaekers wirklich sagen will

Der 26-Jährige spricht von „Respekt trotz Farbe“, doch Inter-Anhänger feixen bereits über angebliche „Bruch“-Signale innerhalb der Milan-Kabine. Saelemaekers versichert jedoch, dass sich seine Loyalität nicht rütteln lässt: „Wenn der Ball rollt, zählen nur Schwarz-Rot und der Sieg.“ Klubintern hofft Trainer Fonseca, dass die emotionale Anekdote keinen Bumerang erzeugt, sondern den Spielfluss des Flügelflitzers in den letzten Trainingseinheiten anheizt.

Der Belgier selbst profitiert von der PR-Offensive: Nach 27 Einsätzen und zwei Toren in der laufenden Saison will er den Stammplatz rechts festigen. Die Konkurrenz durch Christian Pulisic und Samuel Chukwueze ist enorm, ein starkes Derby wäre der ideale Beweis. Calhanoglu hingegen kann mit einem Sieg die Meisterschafts-Meute weiter auf Distanz halten und Milan auf sieben Punkte abdrängen – ein Schicksal, das Saelemaekers verhindern will.

Für die Fans bleibt die Botschaft zweigeteilt: Sympathie darf existieren, Rivalität aber nicht schwinden. Wenn am Sonntagabend die Lichter im Giuseppe-Meazza-Stadion erlöschen, zählen keine Freundschaften, sondern nur die Tabelle. Für Saelemaekers ist klar: „Wenn ich ihn an der Seitenlinie sehe, grüße ich – und dann jage ich ihn 90 Minuten lang.“ Die Rechnung wird der Platz um 20:45 Uhr präsentieren.