Runjaic zieht die notbremse: udine braucht ein juve-wunder

Udines Trainer Kosta Runjaic schaltet auf Angriff. „Gegen Juve braucht jeder auf dem Platz ein Plus an Leistung, sonst landen wir auf dem Rasen“, sagte er vor dem Duell mit der Alten Dame. Die Worte klingen wie ein Kriegsgottesdienst.

Der Klub aus Friaul hat acht der letzten zehn Spiele verloren, die Abstiegszone ist nur noch drei Punkte entfernt. Gegen die Turiner, seit 13 Partien ungeschlagen, droht das nächste Debakel. Runjaic weiß: „Juve und Inter sind das Maß aller Dinge, wir müssen fehlerfrei spielen.“

Solet-frage offen, atta-kreide noch nicht ganz trocken

Solet-frage offen, atta-kreide noch nicht ganz trocken

Abwehrchef Axel Solet laboriert an der Wade. Er wird zwar mitreisen, aber maximal für 20 Minuten eingeplant. „Er kann nicht von Anfang an ran“, sagt Runjaic knapp. Die Entscheidung fällt kurz vor dem Abflug nach Turin.

Bei Talent Kingsley Atta sieht es besser aus. Der 20-Jährige absolviert seine erste Profisaison und schwankt zwischen Glanz und Grauen. „Er ist bereit, aber ob er startet, entscheide ich morgen früh“, so der Coach. Die Aussage klingt nach Druckmittel – Atta soll wissen, dass seine Startelf kein Geschenk ist.

Die Zahlen sprechen gegen Udinese: Juve traf in den vergangenen fünf Aufeinandertreffen 13 Mal, Udinese nur dreimal. Doch Runjaic schöpft Hoffnung aus der Heimserie seiner Mannschaft – drei Siege im eigenen Stadion, davon zwei gegen Top-Teams. „Wir haben Respekt, aber keinen Kuscheltier-Modus“, betont er.

Am Horizont zeichnet sich bereits der nächste Sturm ab: Beim Transferfenster droht Abgang von Top-Talent Lazar Samardžić. Der Mittelfeldstratege liebäugelt mit einem Wechsel, was Runjaic zunehmend nervt. „Wer weg will, soll es sagen, nicht durch Zeitungen“, zischt er. Die Message ist klar: Wer nicht brennt, darf gehen.

Für Udine geht es am Sonntag um mehr als drei Punkte. Es geht um Selbstrespekt, um die Frage, ob die Mannschaft noch an sich glaubt. Runjaic hat die Kampfansage ausgesprochen, jetzt muss sein Team liefern – sonst wird die Serie-A-Realität zur kleinen Hölle.