Ruggeri: der unbesungene held gegen yamal – und was das für conte bedeutet
Mailand – Während die Fußballwelt über die Aufstiege junger Stars diskutiert, schleicht sich eine andere Geschichte in den Hintergrund. Die von Luigi Ruggeri. Der erfahrene Verteidiger, dessen Name vielleicht nicht die Schlagzeilen beherrscht, hat sich bei Trainer Diego Simeone unermesslich in die Gunst gespielt und bewiesen, dass Erfahrung und Einsatzwillen manchmal mehr zählen als blitzender Jugend-Elan.
Ein auge auf yamal, ein kopf für die aufgabe
Ruggeri, gebeugt und konzentriert, verfolgte die Bewegungen von Lamine Yamal mit Argwohn. Kein aggressives Anrennen, kein unnötiges Tackling – lediglich eine kalkulierte, fast schon philosophische Herangehensweise. Er gewährte dem jungen Talent zwar zaghafte Freiheiten, hielt ihn aber stets im Auge, entschärfte seine gefährlichen Aktionen und verhinderte so eine Wiederholung des Debakels, das Yamal bereits gegen Inter und bei der Europameisterschaft verursacht hatte. Ein Assist zum 2:0 von Yamal? Ruggeri ließ es zu, kontrollierte ihn aber geschickt. Ein Applaus ist ihm gewiss.
Es geht hier nicht darum, uns über unsere vermeintlichen Vorteile gegenüber Yamal zu freuen. Doch in dieser einen Nacht schimmerte ein Stück Stolz auf, verstärkt durch die Tatsache, dass wir in Champions League und Nationalmannschaft schlichtweg zu wenig von solchen Kämpfern gesehen haben. Wo ist der kämpferische Geist eines Ruggeri im Nationalteam? Wo war er, als es darauf ankam?
Die Parallelen sind frappierend: Yamal, der im Anfield Stadium gegen Liverpool und in der Serie A gegen Inter sein Debüt feierte, ist ein Spieler, der sich nicht unter Druck setzen lässt. Simeone erkannte seine „Garra“ – diesen unbändigen Willen, der im argentinischen Fußball so hochgehalten wird – und brachte ihn nach Madrid, zusammen mit Giovanni Raspadori, der in Spanien zu einem Stammspieler wurde. Raspadori, der scheinbar alles mitbrachte, um in der Liga zu begeistern: Technik, Geschwindigkeit, Ideen. Doch er ist Ruggeri, der die Herzen der Fans erobert hat, obwohl er mit seinen großen Füßen nicht ins spanische Bild passt. Man wirft ihm sogar ein gewisses Nachtleben an, was er aber mit seinem unermüdlichen Einsatz wettmacht.
Matteo Ruggeri bricht keine Tradition der verhängnisvollen Trikotnummer 3, wie Facchetti, Cabrini oder Maldini. Er hat sich die Härte und Müdigkeit seiner Heimat in das Gesicht gemeißelt. Er muss Seele einlegen, um den Sieg nach Hause zu tragen. Er brennt 24 Stunden am Tag. Und genau deshalb hat ihn der „Cholo“ für sein Team festgenagelt. Ein Mann, der auch dem Bundestrainer Antonio Conte gefallen dürfte, der stets auf unbedingten Siegeswillen setzt.

Mehr als nur fußball: ein charakter
Die Geschichte von Ruggeri ist mehr als nur eine Fußballgeschichte. Sie ist eine Geschichte über Ausdauer, Disziplin und die Fähigkeit, sich anzupassen – und das alles mit einem unverkennbaren argentinischen Temperament. Er ist der Beweis, dass Erfolg nicht immer mit Glanz und Gloria einhergeht, sondern oft mit harter Arbeit und einem unermüdlichen Einsatz für das Team.
