Rugby-aus für deutschland: 7:76-klatsche besiegelt den abstieg
Madrid – Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft ist mit einem historischen Debakel aus der European Championship abgestiegen. Das 7:76 gegen die Niederlande im Spiel um Rang sieben war nicht nur die höchste Niederlage des Turniers, sondern auch ein Symbolbild für ein Jahr, in dem nichts gelingen wollte.

Null punkte zur pause, null perspektive danach
0:47 stand es zur Pause. Eine Zahl, die selbst im Amateurbereich peinlich wäre. Doch dies war kein Freundschaftsspiel im Provinzkaff – es war das letzte Aufgebot, um wenigstens die Restwürde zu retten. Vergeblich. Die deutsche Defensive war ein Schweizer Käse, die Offensive stolperte über eigene Ungenauigkeiten. Mark Kuhlmann stand an der Seitenlinie wie versteinert, seine Handschrift war in diesem Spiel nicht erkennbar.
Der Abstieg in die Rugby Europe Trophy war seit der Niederlage gegen Portugal besiegelt. Doch die Art und Weise, wie sich die Mannschaft aus der ersten Division verabschiedete, wird wehtun. Deutschland verliert damit die lukrativen Vergleiche gegen Teams wie Spanien, Rumänien oder Russland – Spiele, die nicht nur Prestige, sondern auch Entwicklungsgeld bringen.
Die Championship war das Sprungbrett in die Weltspitze. Ohne diese Plattform droht die Isolation. Der Deutsche Rugby-Verband muss nun mit Sponsorenausstiegen und sinkenden Juniorenzahlen rechnen. Die nächste Generation wächst ohne internationale Fernsehluft, ohne Benchmarks gegen starke Gegner.
Für Kuhlmann wird es eng. Sein Vertrag läuft 2027, doch nach diesem Auftritt wird der DRV umdenken müssen. Die Frage ist nicht mehr, ob er der Richtige ist – sondern ob überhaupt noch jemand bereit ist, diese Trümmer zu beseitigen.
