Rugani stolpert in fiorentina-debüt: alle drei gegentore gehen auf seine kappe

Ein Debüt, das man so schnell nicht vergisst – leider aus allerfehlsten Gründen. Daniele Rugani betrat am Sonntagabend in Udine als Fiorentina-Neuzugang das Feld und verließ das Stadion als tragischer Hauptdarsteller eines 0:3-Debakels.

Rugani patzt dreimal – und trifft sich selbst

Bereits nach 13 Minuten rutschte der Innenverteidiger beim Eckball von Nicolò Zaniolo aus, ließ den völlig freistehenden Christian Kabasele zum 1:0 köpfen. Kurz nach dem Seitenwechsel zog er Lazar Samardžić im Strafraum zu Boden – Elfmeter, 2:0. In der fünften Minute der Nachspielzeit schließlich verlängerte er eine Flanke unzureichend, drehte sich zu langsam um die eigene Achse und sah zu, wie Łukasz Teodorczyk den Endstand besiegelte.

Trainer Vincenzo Vanoli hatte extra auf eine Dreierkette umgestellt, um Rugani die nötige Sicherheit zu geben. Doch die Monate der Verletzungspause – ein Wadenmuskelriss im Dezember – haben Spuren hinterlassen. Die Bewegungen wirkten verzögert, die Entscheidungen unsicher. „Man hat gemerkt, dass ihm das Spielrhythmus fehlt“, sagte Sky-Experte Marco Bellin, „aber das entschuldigt nicht alles.“

Paratici’s wunschspieler wird zur bürde

Paratici’s wunschspieler wird zur bürde

Der 29-Jährige war im Winter auf Betreiben von Sportdirektor Fabio Paratici aus Turin geliehen worden, mit Kaufzwang bei Klassenerhalt. Für Juve war Rugani nach der Vertragsverlängerung bis 2028 nur noch Edelreservist; in Florenz sollte er zur Stammkraft reifen. Stattdessen lieferte er den Gegnern den passenden Spielfilm für die nächsten Analysevideos.

Die Statistik liest sich grausam: drei Gegentore, zwei individuelle Fehler, ein verschuldeter Elfmeter. Die Expected Goals der Udinese nach Rugani-Patzer: 1,8 – fast die Hälfte des Gesamtscores. Die Fans im Gästeblock piffen bereits beim dritten Gegentor, auf Twitter kursiert das Hashtag #RuganiOut. Die Kurve verlangt nun den sofortigen Umstieg auf Lucas Martínez Quarta.

Und die Konsequenz? Vanoli schwieg nach Abpfiff über die Personalie, doch seine Körpersprache verriet mehr als alle Worte. Am Freitag steht das Heimspiel gegen Empoli an – ein echtes Sechs-Punkte-Spiel. Wer in dieser Verfassung auflaufen will, spielt sich schneller in Serie B als in die Stammformation. Rugani hat eine Woche, um Beweise zu liefern, sonst verflüchtigt sich das Vertrauen genauso schnell wie die Chance auf den Klassenerhalt.