Romero zieht bilanz: cádiz kaufte efe, verlor aber die seele

José Juan Romero sitzt im Presseraum des Estadio Alfonso Murube, zupft sich an den letzten Haaren und spricht Klartext. Cádiz ist zu Gast – und mit ihm die Erinnerung an Efe Aghama, den Nigerianer, den der FC Ceuta einst großzog und den Cádiz mit einem Scheck entführte.

Die haben uns den Jungen weggenommen, der hier zum Skandal werden sollte“, sagt Romero. Seine Stimme kippt zwischen Stolz und Wut. „Dann schicken sie ihn nach Huesca, er spielt nicht, wir schauen zu, und keiner fragt mehr nach dem Warum.“

Ein scheck, der niemandem nützte

Die Ablöse war einst ein Kraftakt für Cádiz, für Ceuta ein Schlag ins Kontor. Romero hatte Efe als Flügelsturm entdeckt, 18 Jahre, 1,86 m, 5-Sekunden-Sprint über 50 Meter. In der Tercera war er der Mann, der Gegner mit einer Bewegung in die Tiefe schickte. Drei Monate später unterschrieb er in Andalusien – und verschwand in der Reserve.

„Wir hätten aus ihm Raketen bauen können“, so Romero. „Bei uns wäre er heute 40-Millionen-Mann. Stattdessen leiht ihn jeder aus und wundert sich, warum der Speed nicht reicht.“

Die Zahlen sprechen gegen Cádiz: fünf Ligaspiele, null Tore, zwei Kreuzband-Reisen. Ein Investment ohne Rendite.

Suso und das geld-paradox

Suso und das geld-paradox

Romero nennt keinen Zufallnamen. „Suso ist bei Cádiz der Beste, wenn er läuft. Und schau, wo die stehen: Tabellenregion, die Fans pfeifen.“ Der Trainer will keinen Neid erzeugen, er zeigt nur: Garantie gibt der Scheck nie. „Wir sind die billigste Mannschaft der Gruppe, haben das niedrigste Gehaltslimit, und trotzdem jagen wir denen auf den Fersen.“

Die Logik des Fußballs bleibt seine liebste Waffe: Ball, nicht Bank.

Identität statt investment

Identität statt investment

Statt Aghama preist er Aisar, seinen Hausgewachsenen. „Der Junge hat uns die Tercera geschenkt, bleibt heute unser Motor.“ Ebenso Javi Pérez, Manu und die anderen, die aus dem Barrio kommen und nie einen Agenten brauchten. „Wir kaufen nicht, wir erziehen. Das ist unser Kapital.“

Romero schließt mit einem Satz, der im Murube hallt: „Wenn ich zärtlicher wäre, würde ich jeden Morgen meine Jungs küssen – so sehr bin ich stolz auf sie.“ Cádiz mag Efe gekauft haben, die Seele blieb in Ceuta. Und die steht am Samstag Abend auf dem Platz, ohne Scheck, dafür mit dem Ball an der Sohle.