Rom schaltet auch e-autos aus: 1000-euro-ztl-pass ab 2026

Grüne Nummernschilder schützen bald nicht mehr vor der Blechlawine in Roms Innenstadt. Wer ab 1. Juli 2026 mit Strom oder Wasserstoff fahren will, muss zahlen – 1000 Euro pro Jahr, klarer Rabatt gegenüber Benzinern, aber dennoch ein Schritt, der Elektromobilisten vor den Kopf stößt.

Warum rom die sonderstellung der e-autos kippt

Die Zahl der Elektro-Neuzulassungen ist in der ewigen Stadt binnen vier Jahren um 350 Prozent explodiert: von 21.000 auf 75.000 Fahrzeuge. Die Folge: Auch in den Ztl-Zonen herrscht Stau, Parkplätze sind Mangelware. „Null Emissionen heißt nicht null Verkehr“, kommentierte Verkehrsdezernent Eugenio Patanè knapp. Sein Revier setzt nun auf den Preishebel.

Die neue Regel gilt für alle sieben Ztl-Ringe der Hauptstadt – also nicht nur für das historische Zentrum, sondern auch für die Zonen Anello Ferroviario, Trastevere, San Lorenzo und weitere. Ticketpflichtig sind reine E-Autos, Brennstoffzellen-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride mit einer CO₂-Emission von unter 50 g/km. Wer sie ignorieren will, riskiert 90 Euro Bußgeld plus Nachgebühr.

Teurer als heute, günstiger als ein diesel

Teurer als heute, günstiger als ein diesel

Die Tarife sind politisch gebremst: 1000 Euro statt 2000 Euro für einen Verbrenner – ein halber Satz, aber immerhin doppelt so teuer wie bisherige Null Euro. Ein kleiner Trost: Firmenwagen, Carsharing-Fahrzeuge und Anwohner mit Wohnsitz innerhalb der Ztl bekommen weiterhin Freibetrag oder kompletten Zugang gratis. Handwerker mit Werkstatt in der Zone, Eltern auf Schulweg und vertragsärztliches Personal ebenfalls.

Wer heute schon einen kostenlosen Pass besitzt, muss nicht sofort handeln. Roma Servizi per la Mobilità versendet ab Herbst 2025 schriftliche Anweisungen mit individuellen Übergangsfristen. Neue Fahrzeuge kommen dagegen direkt ins Zahlungspflicht-System, sobald die Software am 1. Juli 2026 online geht. Anträge laufen künftig nur noch digital oder nach vorheriger Terminbuchung in den städtischen Service-Centern.

Der countdown läuft – und die ladeinfrastruktur stottert

Der countdown läuft – und die ladeinfrastruktur stottert

Knapp 36 Monate bleiben der Verwaltung, um 2.800 zusätzliche Ladesäulen zu installieren und die Software zu testen. Bislang hängt Rom bei öffentlichen Ladepunkten weit hinter Mailand und Turin zurück. Wer jetzt ein Elektroauto kauft, muss mit Mehrkosten rechnen – oder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Message der Stadtspitze ist unmissverständlich: Grün ist nicht gleich Privileg, und auch die Zukunft hat ihren Preis.

Die Entscheidung dürfte Schule machen: Florenz und Bologna prüfen bereits ähnliche Gebührenmodelle. Für die Industrie bedeutet das: Derzeit garantierte Ztl-Freiheit ist kein Verkaufsargument mehr – nur Reichweite, Preis und echte Öko-Bilanz zählen. Der Kunde zahlt, die Stadt kassiert und der Verkehr wird – vielleicht – einen Tick entspannter. Am 1. Juli 2026 zeigt sich, ob die Rechnung aufgeht.