Robin cuche holt gold im super-g und übertrumpft ski-legende onkel didier

Der Name Cuche steht wieder ganz oben auf der Siegerliste – diesmal in der Paralympics-Geschichte. Robin Cuche krönte sich in Cortina d’Ampezzo zum Doppelgold-Gewinner im Para-Ski-Alpin, nachdem er bereits die Abfahrt dominiert hatte. Nun folgte Gold im Super-G der Männer sitzend – und das mit einem Lauf, der selbstseine Konkurrenten verstummen ließ.

Die fahrt, die alles entschied

Die Piste am Tofana war ruppig, die Sonne hart. Doch Cuche ließ nichts anbrennen. Mit einer beeindruckenden Kantenführung und präzisen Linienwahl legte er sich in die Kurve, wo andere noch zögerten. Sein Zeitvorsprung: 1,38 Sekunden – eine Ewigkeit im Para-Ski. „Ich wollte einfach nur fahren, wie ich es mir vorstelle. Der Rest kam von allein“, sagte er nach dem Rennen – bescheiden, fast schon lakonisch.

Dabei war der Druck immens. Sein Onkel Didier Cuche, vierfacher Weltmeister und Urgestein des alpinen Skisports, verpasste 1998 Olympiagold um nur 0,16 Sekunden. Nun, 28 Jahre später, holt der Neffe nach – mit Gold statt Silber, mit einem Lächeln, das ganz Schweiz zu sein scheint.

Die schweiz jubelt, deutschland verliert favoritin

Die schweiz jubelt, deutschland verliert favoritin

Während in der Schweiz die Medaillenregenzauber einsetzt, verlor Deutschland eine seiner Top-Hoffnungen. Anna-Lena Forster, Monoskifahrerin und Goldkandidatin, schied im Super-G der sitzenden Klasse aus – ein verpasstes Tor, ein Traum geplatzt. „Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich war im Flow“, sagte sie sichtlich mitgenommen. Ihre Chance auf Revanche: die Super-Kombination am Dienstag.

Doch nicht alles verlief negativ für das deutsche Team. Marco Maier sicherte sich im Biathlon erneut Bronze – seine zweite Medaille bei diesen Spielen. Mit nur einem Fehler am Schießstand und einer starken Loipenleistung zeigte er, dass Konstante auch in der Paralympics zählen. „Ich bin kein Sprinter, ich bin ein Ausdauernder“, sagt er selbst – und genau das machte ihn zum Dauerbrenner.

Russland feiert – mit hymne und fahne

Russland feiert – mit hymne und fahne

Ein politisches Erdbeben gab es am dritten Wettkampftag: Warwara Worontschichina gewann Gold im Super-G der stehenden Klasse – und das als erste russische Athletin seit 2014 wieder unter eigener Flagge und mit eigener Hymne. Nach Jahren des Neutrale-Status ist dies ein Symbol, das über Sport hinausweist. Die Reaktionen? Gemischt. Die Emotionen? Echt.

Die Paralympics in Mailand und Cortina sind mehr als nur Wettkämpfe. Sie sind ein Spiegel der Zeit – mit Siegen, die Familiengeschichten umschreiben, mit Niederlagen, die wehtun, und mit Momenten, die bleiben. Robin Cuche wird diese Spiele nie vergessen. Sein Onkel auch nicht.