Paralympics 2026: usa-duell wird zur zitterpartie – forster scheitert im super-g
Cortina d’Ampezzo. Die deutschen Monoskifahrer erwachen mit einem Kater, die Sleddogs mit einem Albtraum. Am dritten Wettkampftag droht dem Team Deutschland ein regelrechter Dämpfer – und die nächste Medaille rückt in weite Ferne.
Forster fliegt raus, worontschichina erntet den applaus
Anna-Lena Forster hatte die Hoffnung auf Doppel-Gold schon nach dem Abfahrtssieg genährt. Doch der Super-G wurde zur Falle: ein zu großer Sprung, zu wenig Vorbereitung auf die ungewohnte Linie – und schon krachte die 27-Jährige ins Fangnetz. „Ich konnte nichts mehr machen“, sagte sie sichtlich mitgenommen. Ihre Konkurrentin Warwara Worontschichina dagegen fuhr die Runde ihres Lebens, bescherte Russland das erste Gold unter neutraler Flagge seit Sotschi 2014 und spaltete das Fahrerlager: Ehre oder Provokation?

Para-eishockey: deutschland gegen usa – ein match mit ansage
17:05 Uhr Ortszeit, Eisstadion Cortina. Die deutsche Auswahl muss gegen die USA antreten – und das nach einer 0:12-Klatsche gegen China. Ein Ergebnis, das selbst im Parasport selten ist. Torhüter Simon Kunst blickt auf 60 Minuten Härtetest, in denen jeder Schuss zählt. Die Amerikaner feuerten im Auftaktspiel 14 Tore gegen Italien ab und lassen kaum Lücken. Für Deutschland wäre schon ein einstelliges Ergebnis ein Erfolg – ein Satz, der die Lage mehr als deutlich macht.

Was heute noch auf dem plan steht
Die Sit-Skifahrer der Klassen LW10-12 duellieren sich im Riesenslalom, im Langlauf geht’s über 10 km klassisch. Und im Biathlon stehen die ersten Sprintentscheidungen an – mit Andreas Birnbacher als heimlicher Kandidat auf Edelmetall. Die deutsche Delegation bangt um jeden Zähler, denn nach drei Tagen ist der Medaillensoll noch lange nicht erfüllt.
Die Stimmung zwischen den Disziplinen schwankt zwischen Euphorie und Frust. Andrea Rothfuss nahm es mit einem lachenden und einem weinenden Aye: „Wir wollten das Podest nicht so besetzt sehen“, sagte sie nach ihrem vierten Platz – und meinte damit die Russin, die sich sportlich keine Fehler leistete, aber politisch auf dünnem Eis steht.
Die Paralympics sind kein Schaulaufen mehr. Cortina wird zur Schicksalswoche. Und für Deutschland steht heute mehr auf dem Spiel als nur ein Hockey-Spiel – es geht um Selbstbild, Außenwirkung und die Frage, ob man nach den Spielen mit dem Kopf durch die Startbahn geht oder mit gesenktem Blick in die Heimreise startet.
