Riera raus: eintracht frankfurt löst sich nach 100 tagen vom coach

Albert Riera wird Eintracht-Trainer nur für eine Saison. Nach 100 Tagen Amtszeit zieht Sportvorstand Markus Krösche den Stecker, wie BILD exklusiv meldet. Der Spanier verliert den Job, weil interne Unruhe und öffentliche Scharmützel die Geschäftsführung überfordern.

Warum der umbruch jetzt kommt

Die Zahlen sind gnadenlos: drei Siege aus zwölf Pflichtspielen, 13 Punkte aus 14 Bundesliga-Partien, Platz 15 – nur ein Zähler vor dem Strich. Doch Krösche begründet die Trennung nicht nur mit Tabellenläufen. Intern belasten vor allem Rieras Medienrunden, in denen er Spieler namentlich kritisierte und die Transferpolitik anzweifelte. „Er hat das Umfeld verbrannt“, sagt ein Clubinsider. „Die Kabine ist gespalten, die Fans verlieren das Vertrauen.“

Die Entscheidung fiel bereits vor dem 1. Mai, dem Stichtag für Kündigungen zum 30. Juni. Krösche informierte Riera am Montagabend, parallel setzte er die Nachfolge-Jagd auf Hochtouren. Ziel: ein Trainer, der nicht nur Punkte liefert, sondern auch die Tribüne wieder zum Toben bringt.

Kandidaten im check: knutsen, neestrup und die verbotenen lieben

Kandidaten im check: knutsen, neestrup und die verbotenen lieben

Kjetil Knutsen bleibt heißster Favorit. Der Norweger führt Bodø/Glimt weiter zur Meisterschaft, spielt aggressives 4-3-3 und gilt als Detailfreak. Ablöse: rund 3,5 Millionen Euro – für Frankfurt ein Witz, wenn es um die Rettung geht. Knutsen hat bei Glimt einen Vertrag bis 2029, doch eine Ausstiegsklausel für Europatopklubs existiert.

Jacob Neestrup ist die schnelle Lösung. Seit Ende März ohne Job, kennt die Bundesliga von Trainingslagern mit Köpenhamn, spricht fließend Deutsch. Sein Problem: Er war nie Cheftrainer auf höchstem Niveau, eher Co-Stratege. Krösche schätzt seine analytische Schärfe, doch die Fanbasis fordert einen Gesichts-Coach.

Matthias Jaissle lockt mit Erfolgsgarantie: 75 Proule-Siegquote bei Al-Ahli, aber Saudi-Arabien ist kein Lehrstuhl für Abstiegskampf. Domenico Tedesco bringt Bundesliga-Erfahrung, aber seine Schalker und Leipziger Zeit endeten in Querelen. Die Namen Adi Hütter und Oliver Glasner schmücken jedes Forum, doch Hütters Rückkehr gilt als „emotionale Schnapsidee“, Glasner will unbedingt in der Premier League weitermachen.

Roger Schmidt? Führt in Japan die Global Sports Abteilung von eigener Wahl. Mike Tullberg und Tobias Strobl sind Außenseiter, die Krösche persönlich mag – aber weder hat Tullberg den Druck erlebt, noch Strobl den Sprung von Verl zur Eintracht gemeistert.

Die rechnung: wenn nichts geht, wird’s teuer

Die rechnung: wenn nichts geht, wird’s teuer

Frankfurt muss für Riera noch eine Abfindung zahlen, dazu droht ohne sportliche Wende der Verlust der Europa-League-Einnahmen – mindestens 25 Millionen Euro. Krösche will deshalb innerhalb der nächsten zwei Wochen Klarheit, bevor die Transferplanung startet. Die Botschaft an die Fans: „Wir suchen keinen Retter, wir suchen einen Anführer.“

Die Sommerpause wird zum Scherbenhaufen. Elf Leihspieler kehren zurück, Verträge von fünf Leistungsträgern enden. Wer im Juli das Training eröffnet, entscheidet sich auf dem Mörfelder Landstraße – nicht in Norwegen, nicht in Saudi-Arabien. Eintracht Frankfurt baut nicht nur den Kader um, sondern auch sich selbst.