Aprilia feiert historisches motogp-podest – und rivola packt über martins nervenprobe aus
Le Mans war Samstagnacht Aprilia-Stadt. Drei RS-GP unter den ersten Drei – das gab es noch nie. Im Parc fermé schwappte Prosecco, Jorge Martín tanzte Moonwalk, CEO Massimo Rivola strahlte wie ein Zwölfjähriger. Dabei begann die Geschichte vor zwölf Monaten auf demselben Kurs mit einem Tiefschlag.
Der tag, als martín die tür zuknallte
Rivola erinnert sich exakt: „Jorge kam hereingestürmt und sagte, er geht.“ Der Madrilene hatte sich nach einem Desasterrennen für Ducati entschieden, Aprilia galt ihm als zweite Wahl. „Ich konnte das nicht akzeptieren“, so Rivola. „Also habe ich zuerst den Stock geschwungen.“ Konkret: Er erklärte Martín in aller Öffentlichkeit, dass er sich irre, wenn er die Noale-Fabrik unterschätze.
Die Karotte folgte postwendend. Aprilia baute eine Test-Maschine mit Martíns Setup-Wünschen, lud ihn zu einem verdeckten Vergleich ein. „Er fuhr drei Zehntel schneller als mit seiner Ducati und wusste, dass wir kein B-Team sind“, sagt Rivola. Der Vertrag für 2025/2026 war binnen 48 Stunden unterschrieben – mit einer Klausel, die ihm 2027 zu Yamaha erlaubt. „Wir nehmen das Risiko in Kauf, weil wir jetzt angreifen wollen.“

Warum der triumph mehr als drei punkte wert ist
Martíns Sieg in Le Mans war nicht nur dessen erste Punkte für Aprilia, sondern ein Statement an die Konkurrenz. Rivola: „Er hat bewiesen, dass die RS-GP nicht nur auf schnellen Kurven, sondern auch auf Stop-and-Go-Kursen gewinnt.“ Beim Boxenstopp verlangte Martín nach dem härteren Hinterreifen – ein Wagnis bei zehn Grad Asphalttemperatur. „Er hat die Entscheidung in fünf Sekunden getroffen und recht behalten. Das ist Weltmeister-Niveau.“
Zweiter wurde Teamkollege Marco Bezzecchi, der in der letzten Runde noch Francesco Bagnaia abwehrte. „Früher hätte Marco alles riskiert, jetzt bringt er 20 Punkte nach Hause. Das zeigt die Reife des gesamten Pakets“, analysiert Rivola.

Der plan für 2026 steht – trotz yamaha-abkommen
Martíns Wechsel 2027 ist fix, doch Rivola verlangt volle Leistung. „Wir bauen keine Entwicklungsbremse ein. Jorge bekommt alle Upgrades, die wir haben, bis zum letzten Rennen.“ Die Logik: Je mehr Siege Aprilia mit Martín feiert, desto attraktiver wird das Werk für neue Piloten. „Und vielleicht überlegt er es sich ja noch mal“, schiebt Rivola mit einem verschmitzten Lächeln nach.
Für den Rest der Saison peilt Aprilia mindestens fünf weitere Siege an. „Dann sprechen wir im November nicht mehr über ein historisches Podest, sondern über den ersten italienischen MotoGP-Titel since Valentino Rossi.“ Die Rechnung ist simpel: Wenn Martín so weitermacht, kann Rivola nächstes Jahr in Le Mans nicht nur Moonwalk, sondern auch eine Meisterfeier einstudieren.
