Ricciardo enthüllt: so entstand der kult-jubel "shoey"

Daniel Ricciardo, der Showman der Formel 1, hat seine Fangemeinde erneut begeistert – und zwar nicht nur mit Fahrkünsten. In einem Gespräch mit Ford-CEO Jim Farley beleuchtete der Australier die überraschende Entstehungsgeschichte seines ikonischen Jubels, dem "Shoey". Ein Detail, das viele Fans überraschen dürfte: Der Ursprung liegt möglicherweise gar nicht in Australien, sondern in Europa.

Ein freund, ein schuh und eine hommage an die heimat

Ricciardo verglich die Geste zunächst mit den ersten Champagner-Spritzen in Le Mans 1966, doch die eigentliche Idee kam ihm von einem Freund. "Ich glaube, als ich damit anfing, hat ein Freund von mir die Geschichte dahinter recherchiert und ich denke, es war ursprünglich so eine deutsche Sache“, erklärte der 36-Jährige. Er könne sich zwar nicht an die genauen Details erinnern, doch die Inspiration kam aus seinem Freundeskreis. Die Gruppe der "Mad Hueys“, bekannt für Surftrips rund um den Globus und das Trinken aus ihren Schuhen, spielte dabei eine unerwartete Rolle. Ricciardo, der lange nicht mehr in Australien gelebt hatte, nutzte den "Shoey“ als eine Art Liebesbeweis an seine Heimat.

Doch es ist mehr als nur ein australischer Gruß. Ricciardo betonte, dass er stets bemüht war, in der oft sehr seriösen Welt der Formel 1 seine Persönlichkeit zu bewahren. "Ich habe immer versucht, auf eine fast schon verzweifelte Art und Weise ich selbst zu bleiben in einem Sport, der – heute hat sich das geändert, aber vor zehn Jahren war es definitiv noch ein bisschen zugeknöpft. Ich wollte versuchen, den Sport ein wenig zu lockern."

Von der skepsis zur fan-anforderung: so wurde der "shoey" zum kult

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Anfangs war Ricciardo selbst unsicher, wie die Verantwortlichen auf die ungewöhnliche Geste reagieren würden. "Ich dachte mir beim 'Shoey': Wenn der Sport es hasst, werden mir wenigstens meine australischen Freunde Respekt dafür zollen.“ Doch die Fans entschieden anders. Nachdem er den "Shoey“ erstmals zelebriert hatte, war er überrascht, wie gut er ankam. Der entscheidende Moment kam in Singapur: Als er nach dem Rennen auf dem Podium den Jubel vermied, sorgten Sprechchöre und sogar Buhrufe dafür, dass er realisierte, dass die Fans ihn dazu erwarteten. "Da wurde mir klar: Okay, die wollen das wirklich. Also sagte ich mir: Gut, bei jedem Podium, das ich ab jetzt erreiche, muss ich es einfach tun.“

Die Entscheidung, den "Shoey“ fest in sein Repertoire aufzunehmen, war somit nicht seine alleinige, sondern eine direkte Folge der Begeisterung der Fans. Und so wurde aus einer spontanen Geste ein fester Bestandteil der Formel 1 – ein Beweis dafür, dass der Sport manchmal das Unerwartete am besten liebt.