Reitz-proteste in gladbach: polanski schießt zurück
Mönchengladbach – Der Wechsel von Rocco Reitz zu RB Leipzig sorgt weiterhin für heftige Emotionen beim Borussen-Anhang. Nach der knappen Niederlage in Leipzig kam es zu deutlichen Protesten gegen den Kapitän, die nun auch von Trainer Eugen Polanski kommentiert wurden.

„Freie meinungsäußerung“: polanski verteidigt die fans
Die Stimmung im Gästebereich von RB Leipzig war alles andere als friedlich. Ein Spruchband mit der deutlichen Botschaft „Wer das hier will, kann niemals unser Kapitän sein“ sorgte für Aufsehen, und Reitz wurde bei jedem Ballkontakt mit Pfiffen bedacht. Polanski zeigte sich jedoch verständnisvoll: „Das ist freie Meinungsäußerung. Die Fans haben das Recht, so ein Plakat aufzuhängen. Deshalb muss Rocco ein Stück weit damit leben.“ Er betonte, dass die Proteste im Rahmen blieben und nicht die Mannschaft beeinflussten.
Der Transfer des gebürtigen Gladbachers, der seit seinem siebten Lebensjahr im Verein spielt, ist für viele Fans schwer zu akzeptieren. Die Rivalität zwischen Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig ist bekannt, und der Wechsel eines Leistungsträgers zu den Roten Bullen wird daher besonders schmerzlich wahrgenommen. Es ist ein Wechsel, der dem Verein rund 20 Millionen Euro einbringt, aber offenbar tiefe Wunden bei den Anhängern hinterlässt.
Philipp Sander, ein Mitspieler Reitz’, stärkte den Kapitän: „Ich glaube, Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach seiner Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommen wird. Und wir stärken ihm den Rücken.“ Die Mannschaft steht geschlossen hinter Reitz, auch wenn der Abschied schmerzt.
Obwohl die sportliche Situation angesichts des drohenden Abstiegskampfes verunsichert, bleibt die Leistung von Torwart Moritz Nicolas hervorzuheben. Seine zahlreichen Paraden hielten die Leipziger Offensive in Schach, auch wenn am Ende ein Gegentor nicht zu verhindern war. „Natürlich ist es sehr bitter“, kommentierte Stürmer Haris Tabakovic das Ergebnis. „Man muss trotzdem sagen, dass Moritz der überragende Mann war.“
Die kommenden Spiele, insbesondere das Duell gegen Mainz, werden zeigen, ob sich die Mannschaft von den internen Spannungen erholen und den Klassenerhalt sichern kann. Die Fans müssen ihre Emotionen kontrollieren, denn das Team braucht jetzt ihre Unterstützung – auch für einen Spieler, der bald nicht mehr zu ihnen gehört.
