Fifa sperrt ex-generalsekretär ian alves wegen sexueller belästigung
Die FIFA hat Ian Alves für fünf Jahre aus dem Weltfussball verbanzt. Der frühere Generalsekretär des Verbandes von Guyana muss zudem 20.000 Schweizer Franken zahlen, weil er seine Macht missbrauchte, um Mitarbeiterinnen sexuell zu belästigen.
Das urteil traf die unabhängige ethikkommission
Die Entscheidung fiel am Montag. In der knappen Mitteilung heißt es nüchtern, Alves habe „sein Amt missbraucht“. Dahinter stehen konkrete Vorwürfe aus dem Guyanesischen Fussball-Verband (GFF), die intern seit Monaten kursierten. Bereits im September 2024 war Alves zurückgetreten – ohne Begründung. Jetzt ist klar: Er wollte dem Verfahren zuvorkommen.
Die Sperre gilt weltweit. Kein Transferbüro, kein Trainingslager, keine Beraterrolle – nichts ist ihm erlaubt. Für einen Funktionär, der einst die Geschicke eines gesamten Verbandes lenkte, ist das ein karrieretod.
Die Fallzahlen belasten den ohnehin angeschlagenen Ruf der karibischen Fussballverbände. Guyana rangiert in der FIFA-Weltrangliste weit abgeschlagen, doch die Schlagzeilen kommen nicht vom Platz, sondern aus den Büros. Und sie kommen häufiger: 2023 musste sich der GFF wegen eines Korruptionsverdachts gegen einen anderen Vorstand rechtfertigen. Die Sportgerichte arbeiten seitdem mit erhöhter Präzision.

20.000 Franken – symbolische summe mit signalwirkung
Die Geldstrafe wirkt auf den ersten Blick moderat. Doch sie ist Teil eines Musters: Die FIFA erhöht die Sanktionen gegen Machtmissbrauch kontinuierlich, seit Frauenrechtsorganisationen Druck machen. 20.000 Franken sind für einen Verbandsbeamten aus einem kleinen Mitgliedsland viel Geld. Für die FIFA ist es vor allem ein Wert, der sich merken lässt.
Alves kann Berufung einlegen, aber die Erfolgsaussichten gelten als gering. Die Beweislage sei „eindeutig“, hieß es aus Kreisen der Ethikkommission. Die fünf Jahre beginnen mit sofortiger Wirkung. Wer danach zurückkehren will, muss einen Integritätstest bestehen – eine Hürde, die bisher kaum jemand geschafft hat.
Für den GFF bedeutet das Urteil einen Neuanfang. Der Verband hat bereits eine interne Schiedskommission eingesetzt, die Regeln für Umgang und Schutz von Mitarbeiterinnen überarbeitet. Ob das reicht, um das Vertrauen der jungen Spielerinnen zurückzugewinnen, wird sich auf dem Platz zeigen – nicht in den Schreibtischen von Zürich.
