Reitz zerstört gladbach-märchen: 20-millionen-transfer nach leipzig perfekt

Rocco Reitz wird nie wieder mit dem Fahrrad durch die Waldstraße nach Borussia-Park düsen. Der 23-Jährige, der seit der F-Jugel im Trikot seiner Herzensmannschaft spielte, schlägt ein Kapitel auf, das viele Fans als Verrat lesen werden. Ab Sommer trägt er das Logo von RB Leipzig – und kassiert dafür einen Fünfjahresvertrag bis 2031.

Die ablöse tröstet, die seele blutet

Borussia kassiert laut übereinstimmender Medienberichte 20 Millionen Euro plus bis zu drei Millionen Bonus. Für einen Spieler, der in der laufenden Saison 27 Bundesligaspiele absolvierte und als „Mr. Zuverlässig“ galt, ist das ein Schnäppchenpreis. Leipzig drückte die 25-Millionen-Klausel in seinem Vertrag, verhandelte hart, zahlte schlussendlich weniger. Geschäftsführer Rouven Schröder musste einsehen: besser verkaufen als im Sommer 2027 ablaufen lassen.

Reitz selbst spricht von „dem schwersten Tag meines Lebens“. Er ist mit der Tochter von Karlheinz Pflipsen verheiratet, dem Pokalhelden von 1995 – ein Netzwerk, das ihn bislang an den Niederrhein band. „Ich verstehe jeden, der mich jetzt beschimpft“, sagt er, „aber ich will Titel gewinnen, Champions-League spielen, mich weiterentwickeln.“

Leipzig setzt auf deutsche dna statt dauerimport

Leipzig setzt auf deutsche dna statt dauerimport

Marcel Schäfer, Sportchef der Sachsen, nennt Reitz einen „absoluten Wunschspieler“ für das 6/8-Hybrid-System von Trainer Marco Rose. Xaver Schlager fehlt nach seiner Kreuzband-OP mindestens bis November; Emil Forsberg wurde nach Saudi-Arabien verkauft. Die Lücke soll Reitz füllen – mit 91 % Passquote, 56 % Zweikampfquote und einer Laufleistung von 11,8 km pro Spiel.

Die Statistik spricht für sich: Reitz gewann 2025/26 mehr Zweikämpfe (178) als jeder andere Gladbacher Mittelfeldspieler. Leipzig kauft nicht nur Potenzial, sondern sofortige Bundesliga-Reife. Dazu die deutsche Pässe: ein Kriterium, das im Red-Bull-Netzwerk seit der Neuausrichtung 2025 an Gewicht gewinnt.

Für Gladbach beginnt der harte Reset. Trainer Gerardo Seoane verliert seinen „Kopf“ im Spielaufbau, muss nun auf Youngster Ranoslaw Minche und die Rückkehr von Florian Neuhaus setzen. Die 20 Millionen fließen laut Insidern direkt in die Jagd nach Elvis Rexhbecaj (Valencia) und einen neuen Linksverteidiger. Doch emotional bleibt eine Lücke. Reitz war das lebende Symbol der „Fohlen-Eiche“, der Jungbrunnen, der die Identität des Vereins verjüngen sollte.

Am 34. Spieltag wird Reitz zum ersten Mal als Gegner im Borussia-Park stehen. Die Kurve wird pfeifen, vielleicht buhen. Dann wird sich zeigen, ob die 20 Millionen auch die Tränen trocknen können. Leipzig jedenfalls lacht: mit Reitz haben sie nicht nur einen Spieler geholt, sondern auch dem nächsten Meister-Angriff eine deutsche Seele eingepflanzt.