Reinhold allmeroth jagt in cardiff den em-traum – mit 75 und ohne dfb-hilfe
Was für ein Timing: Während Jamal Musiala und Nathaniel Brown über den Weltmeistertitel träumen, trägt Reinhold Allmeroth ihn schon auf der Brust. Der 75-jährige Kaufunger ist in Cardiff dabei, wenn Deutschlands Ü75-Auswahl bei der inoffiziellen EM um den Titel spielt. Seine Motivation? „Ich habe gesehen, wie die Jungs in Tokio Weltmeister wurden – danach gab es kein Zurück mehr.“
Vom edelfan zum em-krieger
Allmeroth war 2025 noch Zuschauer, als die deutsche Auswahl in Japan 3:0 gegen England gewann und den Weltpokal holte. Die Bilder vom Kleinfeld, zweimal 30 Minuten, acht Feldspieler, kein Grätschen – das reichte. Er meldete sich bei den Alten Herren des SV Kaufungen an, trainierte sich in Form und buchte seine Wales-Reise. Resultat: Startelf gegen England, 1:1. Das Tor von Allmeroth? „Fast“, sagt er und lacht. Es bleibt spannend.

Brisbane ruft – und das dfb-silence
Im Herbst geht es nach Brisbane, dort will die Ü75-Elf den Titel verteidigen. Der Grund für den jährlichen Rhythmus ist makaber und ehrlich: „Wir wissen nicht, ob wir nächstes Jahr noch laufen können.“ 30 Spieler buhlen um 16 Plätze im Kader, doch der DFB schweigt. Keine Cent-Ausstattung, keine Medaillen. Die Trikots zahlen die Spieler selbst. Allmeroth zuckt die Schultern: „Wir machen es trotzdem. Einfach Spaß. Und weil wir es können.“
Die nächste Partie steht an. Wales oder Dänemark – egal. Für Allmeroth zählt nur: Ball, Tor, Jubel. Und die Gewissheit, dass er nicht nur vom WM-Traum erzählt, sondern ihn lebt.
