Deutschland verpasst wm: wirtschaftlicher dämpfer neben sportlicher enttäuschung

Der Traum von einer WM in Nordamerika ist geplatzt – und das hat Folgen. Nicht nur für die Fans, die vor dem Fernseher sitzen, sondern auch für die deutsche Wirtschaft. Eine aktuelle Studie von “The Trade Desk” zeigt, dass die verpasste Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft einen spürbaren Effekt auf Konsumverhalten und Werbeausgaben hat.

Die euphorie bleibt aus – und das schlägt zu

Die euphorie bleibt aus – und das schlägt zu

Vor dem Aus gegen Japan hatten 62 Prozent der Deutschen angekündigt, das Turnier verfolgen zu wollen. Besonders die junge Generation, die sogenannte Gen Z (geboren zwischen 1996 und 2010), zeigte großes Interesse mit sogar 91 Prozent. Das alles ist nun Schall und Rauch. Die fehlende Beteiligung der Nationalmannschaft bedeutet einen erheblichen Verlust für viele Branchen.

“The Trade Desk” analysierte, wie sich das Verhalten der Konsumenten in der Vergangenheit bei großen Sportereignissen verändert hat. Das Ergebnis: Ein WM-Turnier aktiviert ein komplexes Medienumfeld. Neben der traditionellen Fernsehübertragung würden 25 Prozent der Zuschauer YouTube nutzen, 19 Prozent Online-Nachrichten lesen, 18 Prozent Suchmaschinen befragen, 17 Prozent Streaming-Dienste und Sport-Websites besuchen und 16 Prozent Social Media nutzen. Es war eine vernetzte Medienlandschaft – und ein Eldorado für Werbetreibende.

Die Konsumausgaben würden sich ebenfalls in vielen Bereichen bemerkbar machen. 57 Prozent der Deutschen planten, Lebensmittel für das Public Viewing zu kaufen, 38 Prozent würden Essen bestellen und 32 Prozent würden ihre Vorräte auffüllen. Auch der Glücksspielmarkt profitierte mit einem Drittel der Befragten, die an Sportwetten teilnehmen wollten. Ein Urlaub in den USA, insbesondere in Los Angeles, Miami und New York, stand für 40 Prozent der Fans zur Diskussion.

Angela Bersini, General Manager Italy von “The Trade Desk”, fasst zusammen: „Die fehlende Qualifikation der Nationalmannschaft hat nun eine andere Bedeutung. Die WM bleibt ein zentrales Ereignis, aber es wäre naiv zu glauben, dass der Ausschluss Deutschlands keinen Einfluss auf die wirtschaftliche und mediale Intensität des Turniers hat. Eine starke Nationalmannschaft steigert die Aufmerksamkeit, die emotionale Bindung, die soziale Interaktion und die Kaufbereitschaft. Und genau diese Intensität geht uns nun abhanden.“

Die Studie verdeutlicht, dass die WM mehr ist als nur ein Sportevent. Sie ist ein Wirtschaftsfaktor, der viele Branchen beeinflusst. Der verpasste Erfolg der deutschen Nationalmannschaft bedeutet nicht nur eine sportliche Enttäuschung, sondern auch einen verpassten Wirtschaftsgewinn.