Reichert und martinovic kehren zurück – ulm schöpft hoffnung

Acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, noch vier Spiele zu spielen – und plötzlich tauchen zwei Gesichter auf dem Trainingsplatz auf, die man in Ulm schon fast vergessen hatte. Johannes Reichert und Dominik Martinovic haben am Mittwoch wieder den Ball berührt. Für den SSV Ulm 1846 ist das mehr als eine Randnotiz.

Zwei kreuzbandrisse, zwei comeback-geschichten

Die Geschichte dieser Saison lässt sich kaum erzählen, ohne auf das erste Spielwochenende zurückzublicken. In Wiesbaden riss Kapitän Reichert Kreuzband, Meniskus und Knorpel im rechten Knie – alles auf einmal. Wenige Wochen später, nach einem vielversprechenden Ligadebüt in Aachen mit Premierentor, erwischte es auch Neuzugang Martinovic auf dieselbe brutale Art. Zwei Schlüsselspieler, zwei Kreuzbandrisse, eine Saison im freien Fall.

Mitte August hatte der Verein nach Reicherts Operation noch klar kommuniziert: Ein Saisoneinsatz sei nicht zu erwarten. Dieser Satz steht nun unter Vorbehalt. Ein angenehmer Irrtum, wenn er sich bewahrheitet.

Martinovic könnte noch eingreifen – bei reichert bleibt es offen

Martinovic könnte noch eingreifen – bei reichert bleibt es offen

Realistisch betrachtet ist die Lage zweigeteilt. Martinovic, dessen Verletzung rund sechs Wochen nach der von Reichert passierte, hat einen leichten zeitlichen Vorsprung in der Reha. Die Chancen, dass er in den verbleibenden Partien noch als Faktor auftaucht, stehen nicht schlecht. Bei Reichert hingegen ist Vorsicht geboten – gut sieben Monate nach dem Eingriff trainiert er wieder, aber der Weg vom Trainingsplatz bis zur Startelf ist lang, besonders nach diesem Ausmaß an Schaden im Knie.

Trotzdem: Beide wieder auf dem Rasen zu sehen, ist ein Signal. Nicht nur sportlich, sondern auch für die Kabine. Ein Kapitän, der zurückkehrt, verändert die Atmosphäre – selbst wenn er noch kein Spiel macht.

Der abstiegskampf wartet nicht auf wunder

Der abstiegskampf wartet nicht auf wunder

Acht Punkte in vier Spielen aufzuholen ist rechnerisch möglich und praktisch eine Mammutaufgabe. Der Zweitligaabsteiger steckt tief im Überlebenskampf der 3. Liga, und die Rückkehr zweier verletzter Spieler löst das strukturelle Problem dieser Saison nicht von alleine. Aber manchmal braucht eine Mannschaft in der Krise kein taktisches Wundermittel – sie braucht ein Gesicht, das zurückkommt und sagt: Ich bin noch da. Reichert ist dieses Gesicht in Ulm. Ob er es noch auf dem Platz zeigen kann, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Die Zeit läuft jedenfalls.