Dsv-adler in planica: geiger glänzt, raimund kämpft

Das Wetter spielte nicht mit, die Nerven lagen blank – und am Ende jubelte Slowenien. Die Qualifikation zum Skiflug-Weltcup in Planica am Donnerstag war ein Wechselbad der Gefühle, das die DSV-Adler unterschiedlich überstand. Mehrfache Unterbrechungen wegen starken Schneefalls und böiger Winde sorgten für Chaos auf dem Bakken. Mittendrin: ein deutsches Team mit einer klaren Nummer eins – und einigen offenen Fragen dahinter.

Geiger zeigt klasse, raimund bleibt unter seinen möglichkeiten

Karl Geiger war der ruhigste Pol in diesem Durcheinander. Mit 209,5 Metern landete er auf Rang sieben und demonstrierte, warum er in Planica seit Jahren zu den verlässlichsten Kräften im deutschen Aufgebot gehört. Kein Spektakel, kein Ausrufezeichen – einfach solide Arbeit unter schwierigen Verhältnissen.

Ganz anders das Bild bei Philipp Raimund. Der Olympiasieger, der in dieser Saison so viel Vertrauen in sich selbst aufgebaut hat, fand an diesem Tag keinen Rhythmus. 191,0 Meter, Platz 24 – das ist weit entfernt von dem, was er zeigen kann und was man von ihm erwartet. Die Bedingungen als alleinige Erklärung reichen nicht.

Knapp vor ihm reihte sich Pius Paschke ein. Der 43-Jährige – pardon, Platz 23 – flog auf beeindruckende 208,0 Meter und zeigte, dass er auch bei widrigen Verhältnissen nicht einknickt. Ein starker Flug, der in der Quali-Tabelle fast unterging.

Wellinger dabei, zwei youngster draußen

Wellinger dabei, zwei youngster draußen

Andreas Wellinger qualifizierte sich noch für den Wettkampf am Freitag, aber Rang 31 mit 184,0 Metern ist nach seinem siebten Platz in Vikersund ein deutlicher Rückschritt. Der 30-Jährige hat in dieser Saison bewiesen, dass er in der Weltspitze mithalten kann. Donnerstag war kein guter Tag für ihn.

Für Ben Bayer (42., 180,5 m) und Luca Roth (43., 181,0 m) war die Qualifikation Endstation. Zwei Talente, die sich ihren Platz im Weltcup noch erarbeiten müssen – Planica kam zu früh.

Lanisek gewinnt, prevc fliegt am weitesten – slowenien feiert sich selbst

Lanisek gewinnt, prevc fliegt am weitesten – slowenien feiert sich selbst

Vor 10.000 Zuschauern in der Skiflug-Arena gehörte der Abend dem Gastgeber. Anze Lanisek sicherte sich den Qualifikationssieg mit 211,0 Metern, doch die Weite des Abends gehörte Domen Prevc: 234,5 Meter – eine Ansage an alle, die am Wochenende noch zweifeln. Dritter wurde der österreichische Shootingstar Stefan Embacher mit 230,0 Metern. Der Skiflug-Weltcup-Führende kommt also mit Rückenwind ins Finale.

Das Saisonfinale in Planica bietet zwei Einzelspringen der Männer – Freitag ab 15:00 Uhr und Sonntag ab 10:00 Uhr – sowie einen Teamwettkampf am Samstag ab 9:30 Uhr. Die Frauen bestreiten ihr letztes Saisonspringen ebenfalls am Samstag, Beginn 15:00 Uhr. Alle Wettkämpfe laufen live bei Eurosport und im Stream bei HBO Max.

Geiger hat seine Karte für das Finale bereits überzeugend gespielt. Raimund muss liefern – und Prevc hat mit 234,5 Metern bereits klargemacht, wo die Messlatte hängt.