Regionalliga-reform: 70 klubs rebellieren und erzwingen ki-lösung

Die Machtverhältnisse im deutschen Amateurfußball kippen. 70 Regionalliga-Vereine haben sich hinter das Kompass-Modell gestellt und damit die DFB-Elite unter Druck gesetzt. Ab 2028 könnte Künstliche Intelligenz entscheiden, wer wann wo spielt – und die Traditionsstaffel Nordost droht zu zersplittern.

Das kompass-modell zieht die landkarte neu

Statt festen Staffeln würfelt ein Algorithmus 80 Klubs auf vier Gruppen, so dass Reisekosten purzeln und Aufstiegschancen gleich verteilt sind. Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ nennt das „Lösung von allen für alle“. Das Gegennmodell will nur Nord- und Nordost sowie Bayern fusionieren – West und Südwest blieben unberührt. Genau das stößt auf Widerstand.

Die Zahlen sprechen für sich: 2018 scheiterte eine ähnliche Zerschneidung der Nordost-Staffel bereits spektakulär. Nun droht erneut der Zuschauerrückgang, denn Traditionsderbys wie Chemie Leipzig gegen Union Forst würden wegfallen. Kein Wunder, dass gerade die Ost-Klubs den Aufstand anführten.

Präsidentenkonferenz steht vor der zerreißprobe

Präsidentenkonferenz steht vor der zerreißprobe

Letztlich entscheiden die Regionalpräsidenten auf ihrer DFB-Konferenz. Doch die Lobbyarbeit läuft auf Hochtouren: Fanlager sollen per Social-Media-Sturm das Kompass-Modell pushen, prominente Fürsprecher sind bereits angeheuert. Denn klar ist: Alle vier Meister steigen dann direkt in die 3. Liga auf – ein Selektionsvorteil, den sich kein Klub entgehen lassen will.

Stefan Kramer, Geschäftsführer von Viktoria Berlin, warnt: „Wer jetzt zögert, verliert seine Stimme.“ Die Uhr tickt. Die Entscheidung fällt noch in diesem Herbst. Und sie wird weitreichender sein als jede Trainerentscheidung auf dem Platz.