Red bull im freien fall: miami könnte letzte rettung sein

Die Formel-1-Saison 2024 nimmt für Red Bull eine alarmierende Wendung. Der Titelverteidiger kämpft mit Problemen, die weit über eine einfache Durststrecke hinausgehen, und die Frage, ob das Team aus Österreich überhaupt noch eine ernstzunehmende Rolle im Titelkampf spielen kann, wird immer lauter gestellt.

Das chassis als achillesferse

Das chassis als achillesferse

Während der Motor von Red Bull, der in Zusammenarbeit mit Ford entwickelt wurde, nach ersten Einschätzungen zuverlässig läuft, liegt das Hauptproblem klar im Chassis des RB22. Die Fahrer Max Verstappen und Isack Hadjar machen keine Geheimnis daraus, dass sie mit der Performance des Autos unzufrieden sind. Hadjar sprach von einem “schrecklichen” Chassis, und die Daten bestätigen seine Aussage: Schätzungen zufolge kostet das Chassis rund acht Zehntel Sekunden pro Runde, während der Motor weitere zwei Zehntel kostet. Diese enorme Diskrepanz erklärt, warum Red Bull trotz eines leistungsstarken Motors nicht mithalten kann.

Die Situation ist umso brisanter, da Red Bull mit einem erheblichen Übergewicht zu kämpfen hat – schätzungsweise zehn Kilo mehr als die Konkurrenz. Eine grundlegende Lösung für dieses Problem ist erst 2027 mit der Einführung eines neuen Chassis zu erwarten. Bis dahin muss das Team improvisieren und versuchen, das Beste aus der aktuellen Situation herauszuholen.

Die Hoffnung ruht auf Miami. Für den kommenden Grand Prix in Miami hat Red Bull ein umfangreiches Update-Paket vorbereitet, das darauf abzielt, das Auto zu “entlasten” und das Übergewicht zu reduzieren. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um Red Bull in die Top 3 zu katapultieren, bleibt abzuwarten. Experten zweifeln, dass die Verbesserungen die Lücke zu Mercedes, Ferrari und McLaren vollständig schließen können.

Diese Teams, allen voran McLaren und Ferrari, arbeiten ebenfalls fieberhaft an Verbesserungen und könnten in Miami eine deutliche Leistungssteigerung zeigen. Miami, mit seinem anspruchsvollen Layout, bietet eine ideale Testumgebung für neue Entwicklungen.

Es ist kein Geheimnis, dass das Vertrauen in den Chefingenieur Pierre Waché innerhalb des Teams abnimmt. Die ständigen Beschwerden der Fahrer über das Chassis haben seine Position gefährdet, und es gibt Gerüchte über interne Uneinigkeiten, die sogar zum Abschied des Chefdesigners Craig Skinner geführt haben sollen. Die Situation ist angespannt, und der Druck auf Waché wächst.

Doch die Probleme von Red Bull gehen über die technische Seite hinaus. Das Team räumt mit dem vierten Platz in der Konstrukteurswertung ernsthaft ein, Alpine und Haas haben aufgeholt und präsentieren eine beeindruckende Form. Racing Bulls, das “junge Team” von Red Bull, ist sogar schneller geworden und hat bereits Verstappen in der Qualifikation geschlagen. Lindblad hat den Weltmeister unter Druck gesetzt, und das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kräfteverhältnisse im Formel-1-Feld sich verschieben.

Die kommenden Rennen werden entscheidend sein für Red Bull. Gelingt es dem Team, in Miami einen deutlichen Schritt nach vorne zu machen und das Übergewicht in den Griff zu bekommen, könnte es noch Hoffnung geben. Andernfalls droht Red Bull, den Anschluss an die Spitze zu verlieren und den Kampf um die Weltmeisterschaft bereits frühzeitig abzubrechen.