Real-castilla zittert in manchester: zweitliga-stress trifft auf europacup-traum

Nicht einmal 48 Stunden nach dem letzten Punktspiel packt Real Madrids U21 den Koffer Richtung Manchester – und das nicht zum Shoppen, sondern ins Viertelfinale der Premier League International Cup. 20 Uhr Ortszeit, Old Trafford: Das Castilla soll gegen Manchester Uniteds Top-Talente ran, muss aber gleichzeitig die Reserve für Samstags Zweitliga-Kracher gegen Real Sociedad B schonen. Dilemma pur.

Julián lópez de lerma rotiert auf teufel komm raus

Der Trainer krempelt seine Startelf um wie ein Würfelbecher. Mit von der Partie: drei Juvenil-Crack – Cherif, Mateo Garrido, Barroso –, die sonst nur auf YouTube gegen Barça-Bubi-Clips glänzen. Dafür bleibt Rachad zu Hause, der am Freitag gegen Celta Fortuna gerade mal 67 Minuten auf dem Rasen stand und nun Valdebebas-Heimrecht hat. Gesperrt oder verletzt: Fran González, Manuel Ángel, Thiago Pitarch, Palacios – allesamt fest in Arbeloas Kadern verankert.

Die Rechnung des Coaches ist simpel: Ein Pokal-Coup wäre schön, die Meisterschaft zahlt die Miete. Deshalb dürfen A-Kräfte wie Peter González oder Tobías ran, während Stammspieler mit der Play-off-Luft schnuppern, statt in der nordenglischen Kälte zu riskieren.

Uniteds u21 ist kein kindergeburtstag

Uniteds u21 ist kein kindergeburtstag

Die Red Devils schickten in der Gruppenphase Leicester, Brighton und Birmingham mit 3:0, 4:1 und 2:0 nach Hause, kassierten nur gegen Liverpool eine 1:3-Schlappe. Ihr Mittelfeld um Mainoo undGarnacho wirkt wie auf Speed: intensiv, dynamisch, Ideenreich. Genau das will Manu Serrano, Co-Rechtsaußen und Mannschaftsrat, provozieren. „Wir haben nichts zu verlieren, die Jungs brennen auf Old Trafford wie auf Weihnachten“, sagt er im Flughafen-Terminal 4.

Castilla blieb in der Vorrunde ungeschlagen: zwei Siege gegen Wolverhampton und Everton, zwei Remis gegen City und Southampton. Dennoch: Wer in Spanien zweimal gegen Fabril oder Alavés B patzt, darf in Europa nicht stolpern, will man Sponsoren und Fans bei LaLiga-Hype halten.

Ein spiel, ein schuss – und dann?

Ein spiel, ein schuss – und dann?

Die Partie wird als Einzelmatch entschieden, kein Rückspiel, keine Reue. Gewinner reist nach Newcastle, Verlierer fliegt direkt zurück und schaltet auf Liga-Modus. Die Uhr tickt also zweifach: 90 Minuten für den Hallen-Coup, dann 72 Stunden bis zum Liga-Spiel in Anoeta.

Kick-off 20 Uhr Ortszeit, 21 Uhr spanisch, Live bei MUTV und Real Madrid TV. Die Kamera wird vor allem eins einfangen: ein Team, das zwischen Gier und Verantwortung balanciert – und am Ende vielleicht eine Lektion für den Rest der Saison erhält. Entweder man gewinnt in Manchester oder man lernt, dass in der Zweiten Division kein Trostpreis wartet.