Real sociedad: copa-glanz blendet vor liga-realität
Die Euphorie nach dem
Copa del Rey-Sieg ist in San Sebastián verflogen. Was wie ein Neubeginn unter Pellegrino Matarazzo wirkte, gleicht nun einer ernüchternden Durststrecke. Die Real Sociedad kämpft mit einer alarmierenden Formkrise, die die europäischen Ambitionen in weite Ferne rückt.
Ein höhenflug, der abrupt endete
Die Verpflichtung von Matarazzo im Dezember schien den Schwung zu bringen, der zuvor fehlte. Eine beeindruckende Serie von vier Siegen und zwei Unentschieden in sechs Spielen katapultierte die Mannschaft von der mittelbaren Abstiegszone auf den achten Platz. Die Zahlen sprachen für sich: 14 Punkte aus 18 möglichen – ein deutlicher Kontrast zu den zuvor mageren 16 Spieltagen. Doch der Triumph im spanischen Pokalwettbewerb gegen den Erzrivalen Athletic Bilbao, insbesondere der wichtige 0:1-Auswärtssieg in San Mamés, markierte einen Wendepunkt.
Die Realität sieht nun anders aus. Seit dem Copa del Rey-Finale in La Cartuja, wo die Sociedad den Titel in den Himmel stemmte, ist die Mannschaft nahezu kraftlos. Sieben Spiele ohne Sieg, lediglich vier Punkte aus 21 möglichen – die Entwicklung ist besorgniserregend. Die einst so greifbare Qualifikation für Europa scheint nun ein ferner Traum.
Was niemand so recht thematisieren will: Der Erfolg im Pokal hat die Erwartungen in die Höhe getrieben, ohne dass die Mannschaft substanziell an Qualität gewonnen hat. Die Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Kaders, die Matarazzo selbst vor dem Finale noch thematisierte, sind zurückgekehrt und untergraben das positive Klima, das nach dem Titelgewinn noch geherrscht hatte. Die Spieler wirken gehemmt, die taktische Flexibilität ist verschwunden.
Die Bilanz der letzten 14 Spiele ist erschreckend: Nur drei Siege und fünf Unentschieden. Die Punkteausbeute entspricht zwar der des Hinrunden, doch die Spiele wurden in deutlich höherer Anzahl absolviert. Die Mannschaft hat ihre Leichtigkeit verloren, die Kreativität im Angriff ist blockiert. Die Fans sind enttäuscht, die Verantwortlichen bangen um die verbleibende Saison.
Die Sommerpause wird eine Zäsur sein. Ob Matarazzo die Aufgabe hat, die verloren gegangene Euphorie zurückzugewinnen, oder ob ein neuer Trainer an die Seitenlinie tritt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Real Sociedad muss im Sommer eine grundlegende Analyse ziehen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.
