Gislason an der wand: dänischer experte schießt auf dhb-trainer

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht vor einem Scherbenhaufen. Nach zwei Niederlagen gegen Dänemark – 28:36 und 29:31 – kommt nun der harte Urteil von Claus Möller Jakobsen, einem ehemaligen dänischen Nationalspieler und TV-Experten. Er hält die Leistungen des Teams und vor allem die Arbeit von Bundestrainer Alfred Gislason für inakzeptabel und fordert dessen Rauswurf.

Die demütigung in kopenhagen und köln

Die Testspiele gegen Dänemark offenbarten deutliche Schwächen im deutschen Spiel. Während in Kopenhagen noch eine gewisse Hoffnung bestand, wurde diese in Köln jäh zerstört. Obwohl Gislason einige Stammspieler schonen wollte, reicht das als Erklärung für die erschreckende Vorstellung nicht aus. Die dänische Mannschaft präsentierte sich als ein eingespieltes Kollektiv, während das DHB-Team oft wie eine Ansammlung von Einzelkünstlern wirkte.

Möller Jakobsen, der in seiner Karriere 121 Länderspiele für Dänemark bestritt, sprach Klartext im dänischen Fernsehen „TV2 Sport“. „Ich finde es äußerst besorgniserregend, zu sehen, wie Alfred Gislason seit der EM-Endrunde im Januar absolut nichts darüber gelernt hat, was es bedeutet, diese Mannschaft dazu zu bringen, als Team zu spielen.“ Die Worte treffen einen wunden Punkt, denn Deutschland war sowohl bei der EM als auch bei Olympia 2024 gegen Dänemark chancenlos.

Ein angriff auf den trainer und das konzept

Ein angriff auf den trainer und das konzept

Der dänische Experte geht sogar noch weiter und stellt die generelle Entwicklung des DHB-Teams in Frage. „Deutschland ist viel schwächer als noch bei der EM im Januar“, so Möller Jakobsen. Besonders kritisiert er das fehlende Konzept im Angriff und die zu starke Individualisierung. „Wenn Juri Knorr auf dem Feld steht, dreht sich alles um Juri Knorr, und die anderen werden zu Statisten in einem Knorr-Zirkus.“ Ein harter Schlag für den jungen Spieler, aber auch eine deutliche Anklage gegen Gislasons taktische Führung.

Lasse Svan, ein ehemaliger Spieler von Flensburg, stimmt Möller Jakobsen zu. Er sieht das DHB-Team an einem Punkt, an dem es taktisches Geschick und einen Trainer benötigt, der ein überzeugendes Konzept hat. Die Heim-WM 2027 in 240 Tagen rückt näher, und die Zeit drängt. Gislasons Vertrag läuft nach dem Turnier aus, und nach den gezeigten Leistungen gibt es wenig Anlass für eine Verlängerung.

Die Paraden von Torwart Andreas Wolff hielten das DHB-Team in den Testspielen lediglich im Spiel. Ohne seine Leistungen wäre die Niederlage noch deutlicher ausgefallen. Die Frage ist nun, ob Gislason in der Lage ist, die Mannschaft bis zur WM zu stabilisieren und ein neues Konzept zu entwickeln, oder ob der Däne Möller Jakobsen Recht behält und die Zeit des Trainers abgelaufen ist. Die Antwort wird die Handball-Fans in Deutschland mit Spannung erwarten.