Real madrid im freien fall: mourinho-rettung naht?
Madrid steckt in einer Krise, die man so seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Der FC Barcelona hat nicht nur den Clásico mit 2:0 gewonnen und die Meisterschaft vorzeitig gefeiert, sondern auch die tief sitzenden Probleme im Bernabéu-Stadion schonungslos offengelegt. Die internationale Presse ist sich einig: Real Madrid ist in Trümmern.

Zerrüttung im team: tchouaméni-valverde-streit als symptom
Die Marca, die spanische Sportzeitung, bringt es auf den Punkt: „Barça baut auf, Madrid zerstört.“ Und tatsächlich, der Streit zwischen Tchouaméni und Valverde, der sich während des Spiels deutlich bemerkbar machte, ist nur die Spitze des Eisbergs. Es ist ein Spiegelbild des inneren Zorns, der die Mannschaft seit Wochen plagt. Die einst unbesiegbare Truppe wirkt wie ein Häufchen Elend, gezeichnet von Zweifeln und dem bevorstehenden Neuaufbau.
Die Gazzetta dello Sport sieht die Situation noch dramatischer: „Real Madrid ist verzweifelt und stürzt immer tiefer in eine selbstzerstörerische Spirale aus Chaos, Anarchie und Depression.“ Ein Bild, das sich auch im Camp Nou bestätigte, wo die Mannschaft von Trainer Arbeloa keine Antwort auf die Dominanz Barcelonas fand.
Die portugiesische Zeitung „A Bola“ sieht die Lösung im neuen Trainer: „Real ist ein Feuer, das Mourinho löschen muss.“ Der Name José Mourinho, der seit seiner Zeit bei Benfica Lissabon immer wieder in den Köpfen der Madrid-Fans auftaucht, wird nun noch lauter diskutiert. Ob der 63-Jährige tatsächlich auf die Trainerbank zurückkehren wird, bleibt abzuwarten, aber die Notwendigkeit eines Umbruchs ist offensichtlich.
Die Frau von Valverde, die sich in den sozialen Medien zu Wort meldete und um Respekt für ihre Familie bat, zeigt, wie emotional die Situation im Lager der Königlichen ist. Die englische „Daily Mail“ bezeichnet die Saison als „Katastrophe“ und die „Sun“ spricht von einer „demütigenden Niederlage“ gegen Barcelona.
Auch die französische „L‘Equipe“ thematisiert die Probleme: „Real Madrid muss nun drei lange Spieltage abwarten, bevor sie eine enttäuschende Saison hinter sich lassen können. Ihr Ziel vor der Sommerpause ist es, die Kritik an Kylian Mbappé zu entkräften und die Spannungen in der Kabine zu besänftigen.“ Die Auseinandersetzung zwischen Tchouaméni und Valverde ist dabei nur ein weiteres Puzzleteil in einem komplexen Bild.
Die Meisterschaftsfête von Barcelona im Kontrast zu der Ernüchterung in Madrid ist ein deutliches Zeichen. Real Madrid steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Den Kader umzubauen, die Spielphilosophie zu überdenken und den Glauben an die eigene Stärke zurückzugewinnen. Ein Neustart unter Mourinho könnte die Rettung sein – oder der Beginn eines noch tieferen Falles.
