Real madrid: fortschritt in der champions league – aber reicht das für den titel?
- Real madrid: eine entwicklung, die nicht ausreicht
- Arrigo: ein paradigmenwechsel in der fußballanalyse
- Höherer block und breitere verteidigung
- Offensivaktionen: höhe und breite
- Mehr als nur ballbesitz: der fokus auf das umfeld
- Weniger druck, mehr risiko
- Druckverteilung und fehlende effektivität
- Beweglichkeit und raumgestaltung
- Fazit: fortschritt, aber kein dominanz
Real madrid: eine entwicklung, die nicht ausreicht
Der Real Madrid hat in der Champions League 2025-26 im Vergleich zur Vorsaison Fortschritte gemacht. Die Daten belegen dies. Das Problem ist, dass diese Entwicklung nicht ausgereicht hat, um das sportliche Defizit zu vermeiden: Die Niederlage gegen Benfica verhinderte den direkten Einzug ins Achtelfinale und zwingt die Königlichen in die Play-offs, was nicht eingeplant war. Madrid hat sich verbessert, aber nicht alle Aufgaben erfüllt. Eine detaillierte Analyse ihres Verhaltens, basierend auf den Daten von Arrigo, einer neuen Entwicklung des spanischen Unternehmens Driblab, ermöglicht es zu verstehen, warum.

Arrigo: ein paradigmenwechsel in der fußballanalyse
Es geht nicht nur darum, was das Team tut, sondern wie und woher es das tut. Salvador Carmona, CEO von Driblab, erklärt: „Arrigo stellt einen qualitativen Sprung im Verständnis von Fußball anhand von Daten dar. Es ist nicht nur ein neues Werkzeug, sondern ein Paradigmenwechsel.“ Wir sind von der Beschreibung isolierter Aktionen zur Interpretation des Spiels als kontinuierliches System mit Kontext, Absicht und Struktur übergegangen.

Höherer block und breitere verteidigung
Dieser Kontext spiegelt sich beispielsweise in der Höhe des Blocks wider. In der Saison 2024/25 verteidigte Madrid nur 28,6 Meter vor seinem Tor. In der aktuellen Champions League ist dieser Wert auf 35,3 Meter gestiegen, fast sieben Meter mehr, obwohl er immer noch unter dem Durchschnitt des Turniers (36,8 Meter) liegt. Auch die Verteidigung wurde auf 36,3 Meter verbreitert, was den europäischen Durchschnitt (35 Meter) übertrifft. Das Team verteidigt höher und breiter, aber nicht dominant.

Offensivaktionen: höhe und breite
Ein klares Bild des strukturellen Fortschritts zeigt sich in den Daten von Arrigo über die Offensive. Real Madrid positioniert seine Angriffsreihe 75,8 Meter vor dem eigenen Tor, ein Wert, der zu den höchsten der gesamten Champions League gehört und leicht über dem Turnierdurchschnitt (74,9 m) liegt. Darüber hinaus geschieht dies mit einer durchschnittlichen Breite von 48,2 Metern, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt (42,9 m) liegt. Dies bestätigt ein Team, das hoch und sehr breit angreift. Visuell verbringt Madrid mehr Zeit in der Nähe des gegnerischen Strafraums als viele seiner direkten Konkurrenten.

Mehr als nur ballbesitz: der fokus auf das umfeld
Diese Spielanalyse geht über die Position des Balls oder die finalen Aktionen hinaus. Cristian Ramiro, Leiter der Technologie bei Driblab, erklärt: „Das Eventing war grundlegend für die Professionalisierung der Analyse, hatte aber eine klare Grenze: Es blickte nur auf den Ball. Arrigo bricht damit und konzentriert sich auf alles, was darum herum passiert, auch wenn scheinbar nichts passiert.“ Im Fall von Real Madrid offenbaren diese „Umstände“ ein Team, das hoch und breit angreift, aber nicht immer kontrolliert, was passiert, wenn es den Ball verliert.

Weniger druck, mehr risiko
Hier zeigt sich eine der größten Nuancen des Modells. Trotz des Vorrückens gehört Madrid immer noch zu den Teams mit dem geringsten Pressing. Es steht auf Platz 17 bei den absoluten Anzahl starken Pressingaktionen und die Erfolgsquote beträgt 18,6 %, weit entfernt von Referenzen wie Atlético (24,9 %) oder Barcelona (20,6 %). Der Block rückt vor, aber es fehlt die Begleitung. Der Gegner kann relativ komfortabel nach vorne spielen.

Druckverteilung und fehlende effektivität
Die Druckkarte von Madrid in dieser Champions League zeigt eine deutliche Anhäufung auf der zentralen Bahn, insbesondere im eigenen Feld und im Mittelfeld, aber mit geringer effektiver Aktivität in den Außenbahnen und in den oberen Zonen. Die Daten sind eindeutig: Im zentralen Offensivsektor werden nur 12,9 % der Pressingaktionen erfolgreich umgesetzt (25 Erfolge bei 141 Versuchen), während das Volumen in vielen seitlichen Zonen direkt minimal ist – 0,2 %, 0,5 % oder 0,6 % je nach Quadrant. Madrid löst das Pressing im Mittelfeld aus, kann es aber selten in eine erfolgreiche Balleroberung im gegnerischen Feld umwandeln.
Beweglichkeit und raumgestaltung
Arrigo zeigt ein sehr bewegliches Madrid im gegnerischen Feld: 5. Platz bei den absoluten Laufdistanzen, 1. Platz bei Läufen nach außen, 3. Platz bei Tiefenläufen und 8. Platz beim Angreifen des Raums hinter der Abwehr. Aber das Modell hat noch eine klare Konsequenz: Madrid gehört nicht zu den Teams, die die meisten Läufe für den Abschluss machen oder die meisten Flanken in den Strafraum schlagen. Madrid greift nicht an, um den Strafraum zu füllen, sondern um Strukturen aufzubrechen und zu beschleunigen.
Fazit: fortschritt, aber kein dominanz
Die Daten geben ein klares Bild: Madrid hat Fortschritte gemacht, ist moderner als im Vorjahr, strukturierter und gefährlicher, wenn es schnell umschaltet. Aber es hat nicht gelernt, das Spiel zu kontrollieren. Die Play-off-Partie gegen Benfica ist keine zufällige Einzelnacht, sondern die direkte Folge einer Phase, in der Madrid es nicht schaffte, das Spiel zu bestimmen. Jetzt gibt es keine Nuancen oder hybriden Modelle mehr. Was früher eine taktische Wahl war, wird zur Wettbewerbspflicht. Und in einem Spiel auf Leben und Tod wird der Spielraum, den man in der Gruppenphase eingeräumt hat, zu einem realen Risiko.
