Real madrid: euroliga-debakel in piräus – führungsanspruch schwindet!

Ein Schock für die Königlichen: Der Real Madrid hat eine bittere Niederlage in Piräus gegen den Olympiakos kassiert und damit eine Woche voller existenzieller Fragen für die Zukunft des Teams in der EuroLeague eingeläutet. Das 82:100 deutet auf eine Krise hin, die weit über ein einzelnes Spiel hinausgeht.

Verlorener average und drohende abstiegsgefahr

Verlorener average und drohende abstiegsgefahr

Die Niederlage war nicht nur in der Höhe des Resultats schmerzhaft, sondern auch darin, dass Real Madrid den direkten Vergleich mit Olympiakos verlor. Der Average, der bei einem Sieg im eigenen Stadion noch positiv war, gehört nun den Griechen. Das ist in der heißen Phase der Saison ein erheblicher Nachteil. Der Kampf um die begehrten Top-4-Plätze, die die Qualifikation für die Playoffs ermöglichen, wird dadurch deutlich schwieriger. Ein Abgleiten aus dieser Spitzengruppe ist nun eine sehr reale Bedrohung.

Die Auswärtsschwäche des Teams ist alarmierend. Bei nun fünf Siegen und dreizehn Niederlagen auf fremdem Parkett ist die Zuverlässigkeit des Real Madrid außerhalb des eigenen Arena-Gebäudes praktisch gleich Null. Das Team schenkte dem Gegner gestern Abend das Spiel förmlich – ein Auftritt, der an einen Lehrgang erinnert, nicht an ein Spitzenteam in der EuroLeague.

Ein kurzes Aufbälink, ein Hoffnungsschimmer, entstand lediglich im zweiten Viertel, als Real Madrid durch einen beeindruckenden 0:18-Teiler kurzzeitig die Führung übernahm. Doch dann kehrte Olympiakos mit einer Antwort zurück, angeführt von den herausragenden Leistungen von Vezenkov (24 Punkte, 9 Rebounds) und insbesondere Dorsey (37 Punkte, darunter sieben erfolgreiche Dreier). Die Punkteausbeute der beiden Stars übertraf die des gesamten Real Madrid-Teams bei weitem (76 zu 80).

Die entscheidenden Momente des Spiels wurden von den griechischen Stars dominiert. Während Vezenkov und Dorsey auf der Bank saßen, produzierte Real Madrid einen entscheidenden Teilpunkt. Nach ihrem erneuten Einwechslung schossen sie drei Dreier in Folge und brachen das Spiel auf. Der Trainer des Olympiakos hatte offensichtlich den Bogen raus.

Die Vorstellung des Real Madrid war schlichtweg unpassend für ein Top-Team und ein so wichtiges Spiel. Fehlende Ideen im Angriff, eine desolate Verteidigung, zu viele Ballverluste und mangelnder Wurfglück prägten das Bild. Bereits im ersten Viertel deutete alles auf eine schwere Partie hin: 13:2 hieß es zur Mitte der ersten zehn Minuten. Real Madrid hatte zuvor lediglich 1 von 7 Würfen getroffen und drei Turnover verbucht.

Scariolo kannte die Schwächen seiner Mannschaft bereits aus den vorherigen Auswärtsspielen, wie er vor dem Spiel betonte. Ein blasser Campazzo konnte lediglich von einem belebten Feliz ersetzt werden. Die Dreier von Lyles (22 Punkte, 6 von 8) und die aggressiven Rebounds brachten Real kurzzeitig zurück ins Spiel. Der 0:18-Teiler brachte ein Zwischenergebnis von 35:40. Doch mit dem Rückkehr der griechischen Stars drehte sich das Blatt wieder: 49:42 zur Halbzeit.

In der zweiten Hälfte setzte sich der Trend fort. Drei weitere Dreier in Folge, zwei von Dorsey und einer von Vezenkov, zogen Olympiakos erneut davon. Feliz saß unglücklich auf der Bank, Hezonja wechselte zwischen Treffern und Hektik, und Maledon blieb weiterhin blass. Ein Dreier von Ward baute die Führung auf 84:65. Real Madrid sah sich schließlich mit 22 Punkten Rückstand (92:70) konfrontiert – ein weiteres schmerzhaftes Auswärtsspiel.

Morgen steht das Duell gegen Fenerbahce an, das sich aktuell in einer Abwärtsspirale befindet. Ob Real Madrid die Chance nutzt, um den Schaden zu begrenzen, wird sich zeigen.