Real madrid am rande des chaos: clásico-pleite droht?

Madrid – Die Stimmung im Lager von Real Madrid ist alles andere als weihnachtlich. Vor dem mit Spannung erwarteten Clásico gegen Barcelona, der den Rivalen potenziell zum Meister krönen könnte, steht der Champions-League-Serienmeister am Abgrund. Eine Mischung aus internen Querelen, verletzungsbedingten Ausfällen und sportlicher Talfahrt lässt die Königlichen in einer Krise versinken, die ihresgleichen sucht.

Der trainingsplatz wird zur schlammschlacht

Der jüngste Ausbruch, eine handfeste Auseinandersetzung zwischen Vizekapitän Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni beim Teamtraining, hat die ohnehin angespannte Situation weiter verschärft. Valverde musste aufgrund einer Kopfverletzung, die er sich bei dem Sturz im Zuge des Streits zuzog, ins Krankenhaus gebracht und genäht werden. Ein Schlag ins Gesicht, so munkelt es, der die Vorbereitung auf das Spitzenspiel nachhaltig trübt.

Der Verein, in einer überraschend offenen Erklärung, hat ein Disziplinarverfahren gegen beide Spieler eingeleitet. Valverde selbst versuchte, die Situation herunterzuspielen, sprach von einer „Meinungsverschiedenheit“ und betonte in einem Instagram-Post, dass weder er noch sein Mitspieler jemanden geschlagen habe. Eine Erklärung, die eher Fragen aufwirft als sie zu beantworten vermag. War es wirklich nur ein unglücklicher Sturz an einem Tisch, der Valverde die Kopfverletzung bescherte?

Antonio Rüdiger steht ebenfalls im Fokus. Bereits im April geriet der Nationalspieler Medienberichten zufolge mit seinem Mitspieler Álvaro Carreras aneinander, woraufhin er das Team als Wiedergutmachung zum Lunch einlud – eine Teambuilding-Maßnahme, die offenbar nicht den gewünschten Effekt erzielte. Die Marca spricht von einer „großen Krise“ und einer „unerträglichen Atmosphäre“ im Verein.

Ein saisonverlauf zum vergessen

Ein saisonverlauf zum vergessen

Der Valverde-Tchouaméni-Zoff ist nur der jüngste Tiefpunkt einer Saison, die bereits mit der Entlassung von Trainer Xabi Alonso, einem Mann, der in Leverkusen Wunder vollbracht hatte und offenbar zum Opfer interner Machtspiele wurde, ihren Lauf nahm. Das schmerzliche Aus gegen Bayern München in der Champions League und die Pokalpleite gegen Atlético Madrid trugen ebenfalls zu der desolaten Stimmung bei.

Barcelona hat die Chance, die Meisterschaft bereits am Sonntag zu perfektionieren – ein Szenario, das für Real Madrid ein Albtraum wäre. Noch nie zuvor gelang es den Katalanen in der über 120-jährigen Geschichte des Clásicos, den Titel mit einem Sieg über den Erzrivalen zu sichern. Für Álvaro Arbeloa, den Coach der Königlichen, ist klar: Der Meistertitel ist wohl unerreichbar. Acht Punkte Rückstand auf die Tabelle – selbst ein Sieg im Clásico würde die Hoffnung auf eine Wende zunichte machen.

Raphinha, Offensivspieler Barcelonas, drückte die allgemeine Stimmung aus: „Für mich ist das Wichtigste, die Liga zu gewinnen – und wenn es gegen sie sein muss, umso besser.“ Ein Schlag ins Gesicht für die stolzen Madrilenen. Die Saison 2026 wird so oder so in die Annalen als eine der schlechtesten in der jüngeren Geschichte von Real Madrid eingehen.