Arbeloa bricht sein schweigen: „ich verbrenne meine spieler nicht“
Álvaro Arbeloa trat vor die Mikrofone, als stünde das ganze Bernabéu im Raum. Kein Wort zum Clásico. Stattdessen sprach der Real-Cheftrainer zum ersten Mal über den Handgreiflichkeiten-Zwischenfall zwischen Fede Valverde und Aurélien Tchouaméni – und lieferte die emotionale Abrechnung, auf die ganz Madrid gewartet hatte.
Kein tabu, kein sündenbock
„Ich bin stolz auf die Geschwindigkeit, mit der der Klub reagiert hat“, sagte Arbeloa. „Aber ich bin enttäuscht, dass interne Vorgänge nach draußen sickern. Das tut weh.“ Er wolle weder den Vorfall schönreden noch die Spieler öffentlich an den Pranger stellen. „Sie haben sich entschuldigt, sie haben ihren Fehler eingesehen – für mich ist die Sache damit erledigt.“
Als Vorbild zitierte er Juanito, den Mythos der weißen Seele. „Juanito hat sich auch mal geirrt. Trotzdem lieben wir ihn, weil er jeden Meter des Rasens gefightet hat. Genau das erwarte ich von meinem Kader: Leidenschaft, keine Perfektion.“

„Wenn ihr einen schuldigen braucht, bin ich es“
Die Frage nach dem Spielermacht kippte er um: „Wer hier nicht spielt, hat es sportlich nicht verdient – Punkt.“ Gerüchte, Tchouaméni und Valverde würden sich weigern zu laufen, bezeichnete er als „absoluten Blödsinn“. Stattdessen nahm er sich selbst auf die Schuldwaage: „Vier Monate bin ich im Amt. Wenn die Saison nicht läuft, trage ich die Verantwortung.“
Arbeloa erinnerte an einen Vorfall aus eigener Karriere: „Ein Mitspieler holte einen Golfschläger und schlug damit einem Kollegen aufs Ohr. Was im Umkleideraum passiert, bleibt da – das ist Ehrensache.“ Die medizinische Notwendigkeit von fünf Stichen bei Valverde sei „Pech, keine Absicht“ gewesen.

Der blick nach vorn
Er habe ein „gesundes, hungriges Dressingroom“, betonte der 41-Jährige. „Die Jungs wissen, was das Real Madrid-Logo bedeutet. Wir haben 30 Jahre ohne Europapokal überstanden, fünf Jahre ohne Achtelfinale – wir schaffen auch diese Krise.“ Die nächste Pflicht ist Samstag das Heimspiel gegen Betis. „Alles andere ist Nebensache. Jetzt zählen nur noch drei Punkte.“
Madrid diskutiert seit Tagen über Disziplin, Macht und Image. Arbeloa beendete die Debatte mit einem Satz, der morgen die Titelseiten füllen wird: „Ich verbrenne meine Spieler nicht auf dem Marktplatz – sie haben mir in vier Monaten mehr gegeben als mancher in vier Jahren.“ Dann stand er auf, verbeugte sich leicht und verließ den Pressesaal – ohne weitere Fragen zuzulassen.
