Rayo vallecano erträgt sieben schiedsrichter-pleiten – und landet trotzdem im europacup-halbfinale
Vallecas schreit, Spanien hört hin: Der Rayo Vallecano spielt sich in die europäische Vorsingrunde, während das Schiedsrichter-Comeback sieben Mal seine Fehlentscheidungen gegen denselben Klub eingesteht. Der Lohn: 90 Minuten trennen den Außenseiter vom Finale in Leipzig – und 13 Ligaspiele, in denen sich der Klub offiziell „um 15 bis 20 Punkte betrogen“ fühlt.
Cta liefert beweise – disziplinarausschuss kassiert sie sofort wieder ein
Am Dienstag veröffentlichte das spanische Schiedsrichterkomitee „Tiempo de revisión“ zwei eklatante Irrtümer aus dem Liga-Spiel gegen Real Sociedad: kein Elfmeter nach klarer Attacke an Carlos Martín (3.) und ein vom VAR herbeigerufener Strafstoß gegen Ratiu, der laut CTA gar kein „klarer Fehler“ war. Rayo reichte Einspruch ein – und scheiterte. Die Gelbe für Ratiu blieb, Pathé Ciss’ Karte ebenfalls, und die sieben Spiele Sperre für Isi Palazón wurden bestätigt. Der Klub hat die Beweise in der Hand, aber keine juristische Wirkung.
Die Serie ist länger: Koke’s Würgegriff im Derby, nicht gegebene Rote Karte gegen Alemao, umstrittener Elfmeter an Pacha Espino, Gelb statt Rot für Valentín Gómez – das CTA hat in dieser Saison bereits sieben Fehler gegen den Rayo eingestanden, ohne Konsequenzen.

Europa lacht, vallecas feiert – und fragt sich, wie viel mehr möglich wäre
Am Donnerstag schob sich diese Ungerechtigkeit in den Hintergrund. 1:0 gegen Strasbourg, dank frühem Treffer und späten Paraden von Dani Cárdenas. Der Franzose De Frutos forderte nach einem Foul des Keepers Penders Elfmeter – vergeblich. Auch El Mourabet hätte mit Gelb-Rot runter müssen, blieb aber auf dem Platz. Die Fans jubelten trotzdem, weil das Halbfinale greifbar ist.
Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Rayo das Rückspiel, fliegt der Klub erstmals in ein europäisches Endspiel. Verliert oder remisiert er, bleibt die Trostlosigkeit der Tabelle: mit 36 Punkten steht das Team zwei Spieltage vor Schluss nur drei Zähler über dem Strich. Die Partie bei Getafe am Sonntag ist deshalb kein Nebenspiel, sondern ein weiterer Showdown.
Trainer Iñigo Pérez formuliert das Dilemma so: „Wir spielen zwei Finals in fünf Tagen – das eine für die Geschichte, das andere fürs Überleben.“ Die Mannschaft liefert auf beiden Fronten, obwohl sie sich seit Monaten mit dem Gefühl herumschlägt, dass die Spielregeln nicht für alle gelten.
Die Zahlen sprechen lauter als jede Pressekonferenz: sieben anerkannte Schiedsrichterfehler, bis zu 20 verlorene Punkte, ein eingeklagtes Pokalfinale trotz allem. Wer so viel Widerstand erlebt und dennoj Europas Bühnen erreicht, hat sich den Respekt erzwungen – und eine Antwort auf jene, die behaupten, Fußball sei nur ein Spiel.
